Zombie-Komödie, Elvis-Film und Ukraine-Doku

Das Filmfestival in Cannes zeigt eine enorme Bandbreite an Filmen ...

... - von blutigen Zombie-Thrillern über Liebesgeschichten bis zu politischen Dokumentationen. Gerade in den Nebenreihen wie "Un certain regard" finden sich oft bemerkenswerte Werke. Dort läuft auch der einzige Beitrag einer deutschen Filmemacherin in diesem Jahr. Ein Überblick über interessante Filme:

"Final Cut" von Michel Hazanavicius 

Es wird viel Blut fließen und spritzen in der Horrorkomödie mit der Schauspielerin Bérénice Bejo. In dem Remake eines japanischen Thrillers tauchen am Filmset eines Zombie-Films plötzlich echte Untote auf. Ursprünglich sollte der Titel "Z" lauten, auf die Bitte ukrainischer Filmemacher hat Hazanavicius davon Abstand genommen, da russische Militärfahrzeuge mit diesem Buchstaben markiert sind. (17.5. Eröffnungsfilm)

"Top Gun 2: Maverick" von Joseph Kosinski

Vor 36 Jahren kam der Actionfilm mit dem sonnenbebrillten Tom Cruise als Kampfpilot heraus, nun gibt es die Fortsetzung. Maverick ist inzwischen ein Fluglehrer, der einsehen muss, dass Kampfpiloten zunehmend durch Drohnen ersetzt werden. Für einen besonders heiklen Einsatz steigt er dann aber doch selbst ins Cockpit. (18.5. Außer Konkurrenz)

"Tchaikovsky’s Wife" von Kirill Serebrennikow

Der russische Filmemacher ist zum dritten Mal im Wettbewerb vertreten und kann zum ersten Mal anwesend sein, da er inzwischen in Berlin lebt. Sein Film erzählt die Beziehung des Komponisten Pjotr Tschaikowski zu seiner Frau, die er heiratete, um seine Homosexualität zu verbergen. Serebrennikov stand in Russland zeitweise unter Hausarrest. Ukrainische Filmemacher hatten seinen Ausschluss vom Festival gefordert. Das Festival argumentierte, dass es sich um einen unabhängigen russischen Film handle. (18.5. Wettbewerb)

"The Natural History of Destruction" von Sergej Losniza  

Der ukrainische Regisseur Sergej Losniza hatte in den vergangenen Jahren mit seinen Filmen "Donbass" und "Babyn Jar. Kontext" den Zuschauern in Cannes die Probleme in seiner Heimat nahegebracht. Dieses Jahr zeigt er einen Dokumentarfilm, für den er Archivaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg benutzt hat. Er basiert auf einem Text des deutschen Literaturwissenschaftlers W.G. Sebald, in dem es um die Legitimität der massiven Luftangriffe der Alliierten auf Deutschland geht. (23.5. Sonderaufführung)

"Mariupolis 2" von Mantas Kvedaravicius

Dieser Film könnte vielen Zuschauern Tränen in die Augen treiben. Es sind die letzten Aufnahmen des litauischen Filmemachers Mantas Kvedaravicius, der im April in der ukrainischen Stadt Mariupol von russischen Soldaten erschossen worden war. Der 45-Jährige war in der belagerten Hafenstadt, um mutmaßliche russische Kriegsverbrechen zu dokumentieren. Kvedaravicius hatte bereits 2016 einen Film über Mariupol gedreht, der auf der Berlinale gezeigt worden war. Seine Verlobte, die ihn begleitet hatte, konnte das Material retten. (19.5. Sonderaufführung)

"Mehr denn je" von Emily Atef

Die deutsch-französische Filmemacherin Emily Atef erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nach der Diagnose einer schweren Lungenkrankheit nach Norwegen reist. Es ist der letzte Film, in dem der Schauspieler Gaspard Ulliel zu sehen ist, der im Januar bei einem Skiunfall tödlich verunglückte. Atef, die mit "3 Tage in Quiberon" über Romy Schneider mehrere Preise gewonnen hat, ist die einzige deutsche Filmemacherin dieses Jahr in Cannes. (21.5. Un certain regard)

"Elvis" von Baz Luhrmann

Bei dem Film über das Leben des Rockstars dürfte Bewegung ins Publikum kommen. Der aufstrebende Hollywood-Schauspieler Austin Butler tritt mit Schmalztolle auf und versetzt bei den Konzerten die weiblichen Fans in Ekstase. Altstar Tom Hanks spielt Elvis' zwielichtigen Manager, der ihm seinen Aufstieg ermöglicht. (25.5. außer Konkurrenz)

kol/yb

Von Ulrike KOLTERMANN



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