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Ostermärsche: Baerbock mahnt vor einseitiger Parteinahme - mit Kommentar

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat anlässlich der Ostermärsche der Friedensbewegung dazu aufgerufen, eine ausgewogene Perspektive in Konfliktsituationen beizubehalten und vor den Gefahren der einseitigen Parteinahme gewarnt.

Ostermärsche  |  Baerbock

 In ihren Äußerungen gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe betonte sie die Bedeutung der unteilbaren Menschlichkeit und wies darauf hin, dass es kontraproduktiv und gefährlich sei, unterschiedliche Menschengruppen gegeneinander auszuspielen oder den Wunsch nach Frieden in einem Bereich gegen die Friedensbestrebungen in einem anderen Bereich zu stellen. Baerbock hob hervor, dass die Sicherheit der Ukraine auch direkt mit unserer eigenen Sicherheit verbunden ist.

Baerbock äußerte sich auch optimistisch über diejenigen, die sich in schwierigen Zeiten bewusst gegen Populismus und ein Schwarz-Weiß-Denken entscheiden und stattdessen für ein differenziertes Verständnis von Konflikten einstehen. Sie erkennt an, dass es angesichts des aktuellen Leids und der Ängste manchmal einfacher sein könnte, bestimmte Perspektiven oder Leidensgeschichten zu ignorieren, warnt aber davor, dass eine solche Haltung die Brutalität von Konflikten nicht mindert.

Die Außenministerin unterstreicht die Notwendigkeit, niemals die Hoffnung auf Frieden und Sicherheit aufzugeben, selbst wenn die Welt mit Ruchlosigkeit konfrontiert wird. Sie ruft dazu auf, kontinuierlich nach Lösungen und Fortschritten in Richtung Frieden zu streben, sowohl im Nahen Osten als auch in der Ukraine, und betont damit die universelle Bedeutung des Friedensstrebens.


Kommentar

Baerbocks Worte reflektieren die komplexe Natur globaler Konflikte und die Herausforderung, in politischen und gesellschaftlichen Diskursen eine Balance zu halten. Ihre Mahnung vor einseitiger Parteinahme unterstreicht die Bedeutung eines umfassenden und nuancierten Verständnisses internationaler Beziehungen. 

Indem sie spezifische Konflikte wie jene in Israel/Palästina und der Ukraine anspricht, ruft sie zur Vorsicht auf, nicht in die Falle simplifizierender Narrative* zu tappen, die langfristig mehr schaden als nutzen könnten. Ihre Ermutigung, Hoffnung zu bewahren und aktiv nach friedlichen Lösungen zu suchen, ist ein wichtiger Appell für die Aufrechterhaltung der moralischen und ethischen Prinzipien in der Außenpolitik, insbesondere in einer Zeit, in der die Weltordnung durch zahlreiche Krisen herausgefordert wird. Eine stärkere Unterstützung durch Scholz wäre hilfreich.

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Was ist ein Narrativ?

Ein Narrativ bezeichnet eine Erzählstruktur oder einen Erzählrahmen, der dazu dient, Ereignisse, Ideen, Visionen oder Konzepte auf eine sinnvolle Weise zu organisieren und zu vermitteln. 

Es geht darum, eine Geschichte oder eine Abfolge von Ereignissen so darzustellen, dass sie ein kohärentes Ganzes bilden, welches Zuhörer oder Leser nachvollziehen können. 

Narrative finden sich in Literatur, Film, Geschichte, Journalismus, Politik und vielen anderen Bereichen des sozialen und kulturellen Lebens.

Ein Narrativ kann verschiedene soziale und individuelle Funktionen erfüllen, wie zum Beispiel:

Sinnstiftung: Narrative helfen uns, die Welt um uns herum zu verstehen, indem sie Ereignisse in einen kontextuellen Rahmen setzen, der ihnen Bedeutung verleiht.

Identitätsbildung: Sowohl individuelle als auch kollektive Identitäten werden oft durch die Geschichten geformt und ausgedrückt, die wir über uns selbst oder unsere Gruppen erzählen.

Überzeugung und Einflussnahme: Narrative können eingesetzt werden, um Meinungen zu formen, Einstellungen zu beeinflussen und Menschen zu bestimmten Handlungen zu bewegen.

Unterhaltung: Viele Narrative haben primär das Ziel zu unterhalten, indem sie eine fesselnde Geschichte erzählen.

Narrative können explizit formuliert sein, wie in einem Roman oder einem Film, oder sie können implizit in der Art und Weise vorhanden sein, wie Medienberichte, politische Reden oder historische Darstellungen bestimmte Ereignisse interpretieren und präsentieren. 

In der Politik zum Beispiel werden Narrative oft genutzt, um komplexe Sachverhalte auf eine verständliche und ansprechende Weise zu kommunizieren und um Unterstützung für bestimmte Politiken oder Ideologien zu gewinnen.

In der modernen Analyse werden Narrative auch daraufhin untersucht, wie sie Machtstrukturen, soziale Normen und Wertesysteme widerspiegeln und verfestigen. 

Die kritische Auseinandersetzung mit Narrativen ermöglicht es, verborgene Annahmen, Vorurteile und mögliche Alternativen zu erkennen.

Also Vorsicht vor einfachen Erzählungen!

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Bild oben AFP



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