Prinz Harry klagt

Der britische Prinz Harry hat eine weitere Klage gegen eine der größten Mediengruppen im Vereinigten Königreich eingereicht.

Wie ein Sprecher des in den USA lebenden Prinzen und seiner Frau Meghan am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, richtet sich die Klage gegen die Gruppe Associated Newspapers, zu der unter anderem die Zeitungen "Daily Mail" und "Mail on Sunday" gehören. 

Zum genauen Vorwurf und dazu, gegen welches Medium er sich konkret richtet, äußerte sich der Sprecher nicht. Mehrere britische Medien berichteten, der 37 Jahre alte Enkel der britischen Königin Elizabeth II. werfe der "Mail on Sunday" Verleumdung vor. Das Blatt hatte berichtet, Prinz Harry habe versucht, seine Bitte um Polizeischutz bei Besuchen in Großbritannien geheim zu halten.

Harry und seine Frau hatten sich 2019 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen, sie leben mit ihren Kindern Archie und Lilibet in Meghans Heimat Kalifornien. Dadurch verlor das Paar bei Aufenthalten im Vereinigten Königreich den von den Steuerzahlern bezahlten Personenschutz durch die Polizei.

Vergangenen Monat legte Prinz Harry Einspruch gegen die Entscheidung der Regierung in London ein, dass er auch dann keinen Polizeischutz bekomme, wenn er selbst für die Kosten aufkomme. Harrys Anwälte legten dar, diese Entscheidung bedeute für ihn, dass er aus Sicherheitsgründen nicht in seine Heimat zurückkommen könne, die Großbritannien für ihn immer noch sei und "für immer" bleibe.

Harrys Anwälte argumentierten, Prinz Harrys Leibwachen hätten keine ausreichenden Befugnisse, um ihn im Vereinigten Königreich angemessen schützen zu können. Außerdem hätten sie keinen Zugang zu Informationen des britischen Geheimdienstes. Der Rechtsvertreter der Regierung erklärte jedoch, Polizeischutz sei "nicht auf privat finanzierter Basis erhältlich".

Harry und Meghan hatten in jüngster Zeit wiederholt britische Medien wegen Verleumdung oder Verletzung ihrer Privatsphäre verklagt. Im Dezember errang Meghan zum zweiten Mal vor Gericht einen Sieg gegen Associated Newspapers wegen der Veröffentlichung eines persönlichen Briefes, den sie an ihren Vater geschrieben hatte. 

Danach rief die Herzogin zu einer Reform des Boulevardjournalismus auf. Die Branche "konditioniert Menschen, grausam zu sein, und profitiert von den Lügen und dem Schmerz, die sie schaffen", kritisierte die frühere Schauspielerin.

yb/mkü


Agence France Presse



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