Wie der Pauluskopf über den Ozean reiste

Sie haben trotz ihres hohen Alters und trotz Corona den Ozean überquert: Erlesene Kunstwerke des St.-Paulus-Doms Münster sind im Mai nach Cleveland / Ohio in die USA gereist.

Die sieben Werke sind jetzt bis August 2022 in der exklusiven Ausstellung „Medieval Treasures from Münster Cathedral“ im Cleveland Museum of Art in Ohio zu sehen. Die Münsteraner Auswahl umfasst Werke vom elften bis zum 16. Jahrhundert, darunter das perlenbesetzte Altarkreuz auf einem Bergkristallsockel, das goldene Büstenreliquiar des heiligen Paulus, aber auch zwei der vierzehn Prophetenbüsten. Die kostbaren Schätze aus dem Mittelalter waren einst im ehemaligen Hochaltarretabel aufgestellt.

Die Planungen für dieses Ausstellungsprojekt reichen mehrere Jahre zurück. Die Kontakte kamen unter anderem auf Vermittlung des heutigen Generalvikars des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp, zustande.

Eigentlich hätten die Schätze schon 2020 nach Cleveland reisen sollen. Die Corona-Pandemie machten den Verantwortlichen aber einen Strich durch die Rechnung. Denn die damit verbundenen Einschränkungen im Flugverkehr und bei der Einreise brachten zu große Unwägbarkeiten mit sich.

Als sich abzeichnete, dass der Transport im Mai würde stattfinden können, hatte auch das Team in Deutschland alle Hände voll zu tun. „Selbst eine Pandemie ändert nichts an den klassischen Schritten der Ausleihvorbereitung“, erläutert Viktoria Weinebeck vom Team der Domkammer. Da heißt es für jedes der Kunstwerke die aktuellen Objektzustände zu protokollieren, mit einer spezialisierten Kunsttransportfirma die eigens für die Objekte angepassten Verpackungen abzustimmen oder für die Ausfuhr benötigte Informationen zusammenzustellen.

In Cleveland nahm Dr. Gerhard Lutz die Kunstwerke in Empfang. Lutz, langjähriger stellvertretender Leiter des Dommuseums in Hildesheim, ist seit 2020 als Robert P. Bergman Curator of Medieval Art für die mittelalterliche Sammlung in Cleveland zuständig. Das Cleveland Museum of Art zählt zu den bedeutenden Kunstmuseen in den USA. Zu seinen wichtigsten Ausstellungsstücken zählen Teile des Welfenschatzes.

Das Team der Domkammer Münster ist stolz und froh, Teile des Domschatzes auf diese Weise international zu präsentieren. „Die Stücke verdienen es, einem erweiterten Publikum gezeigt zu werden“, sagt stellvertretend Viktoria Weinebeck. In diesem Sinne seien solche internationalen Leihgaben durchaus üblich in der Kunstszene, aber im Einzelfall jedes Mal etwas Besonderes.

Bistum Münster / Bischöfliche Pressestelle

Fotos: The Cleveland Museum of Art. Eine Statuette der heiligen Agnes gehört zu den Münsteraner Kunstwerken, die zurzeit in Cleveland zu sehen sind.



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