Riga: Deportation, Internierung, Tod - Erinnerungsarbeit aus heutiger Sicht

Einladung zur Eröffnung der neuen Wanderausstellung „Riga. Deportationen - Tatorte - Erinnerungskulturen“ sowie zum Podiumsgespräch „Deportationen vergegenwärtigen: Warum - und wie heute?“

Münster. Am sogenannten Rigaer Blutsonntag (30. November 1941) wurden tausende lettische Juden ermordet, um im Rigaer Ghetto "Platz zu schaffen" unter anderem für die Menschen jüdischen Glaubens, die in Münster lebten. Nach ihrer Deportation nach Riga, Internierung im Ghetto und dem Leisten von Zwangsarbeit wurde die überwiegende Mehrheit der deutschen Juden bei Massenerschießungen im Wald von Riga-Bikernieki ermordet.

 

Genau 81 Jahre nach dem Rigaer Blutsonntag möchten verschiedene lokale Kooperationspartner daran mit einer besonderen Ausstellung erinnern sowie über die Zukunft des Gedenkens an die Shoa diskutieren. Zur Diskussion hat man mit Arkadij Khaet unter anderem den Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms Masel Tov Cocktail eingeladen. Der humorvolle Film gibt einige Denkanstöße zum „Shoah-Business“ in Deutschland und wird in Ausschnitten während der Podiumsdiskussion zu sehen sein. Zum Abschluss der Veranstaltung haben Interessierte die Möglichkeit, neben der Ausstellung den Film in voller Länge zu sehen und eventuell auch mit dem Regisseur darüber ins Gespräch zu kommen.

 

Einladung zur Eröffnung der neuen Wanderausstellung

„Riga.Deportationen - Tatorte - Erinnerungskulturen“

Mittwoch, 30. November 2022 um 17 Uhr 

Treffpunkt: Bürgerhalle der Bezirksregierung am Domplatz 1-3 in Münster

 

Grußwort

Regierungspräsident Andreas Bothe

 

Podiumsdiskussion inkl. Ausschnitte des Kurzfilms „Masel Tov Cocktail“

Deportationen vergegenwärtigen: Warum - und wie heute?

 

Unter Moderation von Stefan Querl (zukünftiger Leiter der Villa ten Hompel) diskutieren Arkadij Khaet (Regisseur des Kurzfilms), Mechtild Schulze Hessing (Bürgermeisterin der Stadt Borken) und Martin Mustroph (Pfarrer sowie Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Münster) miteinander über die Bedeutung des Gedenkens und das heutige wie zukünftige Vergegenwärtigen der Verbrechen.

 

Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Kooperation der folgenden Partner:

·         Bezirksregierung Münster

·         Stadt Münster - Geschichtsort Villa ten Hompel

·         Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. Münsterland

·         Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

·         Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Bezirksverband Münster

 

Hintergrund zur Ausstellung „Riga. Deportationen - Tatorte - Erinnerungskultur“

Die neue, vom Auswärtigen Amt geförderte Wanderausstellung des Riga-Komitees stellt den historischen Hintergrund der Deportationen, die Tatorte sowie Täterinnen und Täter dar. Ferner wird die Erinnerungskultur dazu in Deutschland und Lettland thematisiert. Zudem richtet sie den Blick auf die Arbeit des 74 Mitgliedsstädte umfassenden Bündnisses (Riga-Komitee), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung und das Gedenken an die deportierten und ermordeten Bürgerinnen und Bürger lebendig zu halten. Im Regierungsbezirk Münster gehören dem Komitee 30 Städte und Gemeinden an. Als ein Abfahrtsort der Deportationen nach Riga ist die Stadt Münster eine von 13 Gründungsmitgliedsstädten in Deutschland.

 

Hinweis auf Schweigemarsch am Dienstag, 13. Dezember 2022 um 16 Uhr:

Seit über 30 Jahren richtet die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. (CJZ) jährlich im Dezember ein öffentliches Gedenken an die erste Deportation jüdischer Menschen nach Riga aus. Nachdem der im letzten Jahr (anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation) geplante Schweigemarsch pandemiebedingt nicht stattgefunden hat, wird dieser in diesem Jahr nun nachgeholt. Der Schweigemarsch führt vom letzten Unterbringungsort der jüdischen Menschen aus dem Münsterland, dem ehemaligen Ausflugslokal „Gertrudenhof“, bis zum Ort des alten Güterbahnhofs. Sprechen wird unter anderem Winfried Nachtwei, MdB a.D.

 

Dienstag, 13. Dezember 2022 um 16 Uhr

Treffpunkt: Hof des Adolph-Kolping-Berufskollegs, Kaiser-Wilhelm-Ring 1, 48145 Münster


Bezirksregierung Münster




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