Giggs plädiert auf "unschuldig"

Das walisische Fußball-Idol Ryan Giggs hat zu Beginn seines mit Spannung erwarteten Prozesses vor allem wegen körperlicher Nötigung und Misshandlung seiner früheren Lebensgefährtin auf "unschuldig" plädiert.

Das Verfahren vor dem Strafgerichtshof der Krone in Manchester (Wiki) gegen den Ex-Nationaltrainer ist nach Angaben von Richterin Hilary Manley auf zwei Wochen angesetzt.

Nach seiner Erklärung warf die Staatsanwaltschaft der 48 Jahre alten Vereinsikone von Englands Rekordmeister Manchester United massive Übergriffe gegen das mutmaßliche Hauptopfer und "anhaltenden Missbrauch" der Frau vor. Im Falle einer Verurteilung droht Giggs (Wiki) eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

In der Anklageschrift wurde Giggs schwer belastet. Der frühere Flügelspieler hätte "in einer manipulativen, toxischen und zerstörerischen Beziehung über vier Jahre geradezu eine Litanei von Missbrauch - physisch wie psychisch - einer Frau ausgeführt, die er vorgab zu lieben. Das Verhalten des Angeklagten wurde immer besessener und beabsichtigte, ihr Selbstwertgefühl aufzulösen", sagte Staatsanwalt Peter Wright bei der Verlesung der Anklageschrift.

Die Polizei hatte Giggs im Herbst 2020 wegen mutmaßlicher Gewaltattacken gegen seine damalige Partnerin und auch deren Schwester vorübergehend festgenommen. Später wurde der Ex-Star gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Schon bei einer gerichtlichen Anhörung im vergangenen Jahr hatte Giggs alle Vorwürfe der beiden Schwestern zurückgewiesen und sich für "unschuldig" erklärt.

Die Anschuldigungen stehen in krassem Gegensatz zum Ansehen von Giggs in der Öffentlichkeit. Die Fans der Red Devils verehren den Waliser besonders für seine Treue, denn in seiner gesamten Profikarriere spielte Giggs nur für Manchester und ist mit 963 Einsätzen Rekordspieler des Kultklubs von Old Trafford. Durch 13 Titelgewinne in der englischen Premier League, vier Erfolge im FA-Cup und zwei Triumphe in der Champions League avancierte Manchesters Publikumsliebling zum erfolgreichsten Spieler im britischen Fußball.

Im Juni trat Giggs als Nationaltrainer seines Heimatlandes zurück. Das Amt hatte der Stürmer wegen der Gewaltvorwürfe bereits seit dem vorigen Jahr ruhen lassen. In der Zwischenzeit qualifizierte sich Wales unter dem Giggs-Assistenten Rob Page für die WM-Endrunde in Katar (21. November bis 18. Dezember).



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