Frauen und die Kirche

Geistlicher Themenabend im Dom am 11. März mit Agnes Wuckelt


Münster - (pbm/al) - Die Rolle der Frauen wird in der katholischen Kirche viel diskutiert. Unter dem Titel „Frauen schauen nach vorne“ wird sie am Mittwoch, 11. März, Thema des zweiten Termins der Geistlichen Themenabende sein, die in der Fastenzeit mittwochs um 19.30 Uhr im St.-Paulus-Dom Münster stattfinden. Referentin ist Prof. Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd).

Wuckelt betrachtet die Initiative Maria 2.0, die sich unter anderem für eine geschlechtergerechte Kirche einsetzt, als „letzten Weckruf für die Kirche“. Sie erklärt: „Mit dieser Bewegung – wie auch mit den anderen, die weltweit entstehen – kommen die seit Jahrzehnten ausgesprochenen Forderungen der Frauenverbände in die Öffentlichkeit und auf die Straße. Frauen stehen auf, weil es ihnen reicht.“ Dies werde von den kirchlichen Entscheidungsträgern zwar auf-, aber ganz unterschiedlich angenommen. Frauen ließen sich aber nicht mehr mit traditionellen theologischen Formeln abspeisen. Immer mehr machten ihren Verbleib in der Kirche davon abhängig, ob sie mit ihren Forderungen ernst genommen würden.

Wichtig ist Wuckelt, dass der Einsatz für eine geschlechtergerechte Kirche eine geistlich-spirituelle Dimension hat. Sie stellt eine Verbindung zwischen dem Titel ihre Vortrags und dem biblischen Buch Judit her: „Die Witwe Judit schöpft ihre Kraft, nach vorne zu gehen, aus dem Vertrauen auf Gottes Beistand und mit Verweis auf die Geschichte Israels, die sie als Frauen-geschichte erzählt.“ Die Bibel zeige, dass „Gott auf der Seite von Frauen steht – Witwen, sozial und strukturell benachteiligten Frauen, Frauen mit Gewalterfahrung.“ Aus dieser Erfahrung und diesem Gottvertrauen heraus verändere Judit machtvoll die Situation.

Nach vorne gehen: Für Agnes Wuckelt ist klar, dass Frauen bereit sind, in diesem Sinne Kompetenzen und Berufung in den Dienst der Verkündigung des Evangeliums zu stellen. Das dürfe aber trotz Priestermangels keine Notlösung sein. Vielmehr müsse „ausgeschöpft werden, was im Rahmen des Kirchenrechts möglich ist – da ist viel Luft nach oben.“ Der Blick in die Ökumene und in die Tradition der orthodoxen Kirchen – bei denen teilweise bis heute Frauen zu Diakoninnen geweiht würden – könne helfen. Weltweit müssten die theologischen Argumente diskutiert werden, die für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen sprechen.

Mit Blick auf das Oberthema der diesjährigen Geistlichen Themenabende, „Umkehr und Er-neuerung – die katholische Kirche auf dem synodalen Weg“ weist Wuckelt darauf hin, dass das Forum „Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche“ genau diese Aspekte diskutiert. Die dort erarbeiteten Strategien würden von der Synodalversammlung hoffentlich angenommen und dann als Votum nach Rom gegeben werden.

Um diese und damit zusammenhängende Aspekte wird es am 11. März in Münster gehen. Eine Woche später am 18. März stehen Texte des Literaturnobelpreisträgers 2019, Peter Handke, auf dem Programm. Unter dem Titel „Priester leben hier und heute“ liest der Schauspieler Sebastian Aperdannier dann aus Handkes Buch „Mein Jahr in der Niemandsbucht“. Aus dem biblischen Hohelied des Salomo werden am 25. März. Rose Lomann und Christian Bo Salle aus dem Ensemble des Theater Münsters singen und rezitieren. Die Einführung zum Titel „Sexualität ist eine Gabe Gottes“ gestaltet Elisabeth Birnbaum von der Universität Wien.

Den Schlusspunkt setzt am 1. April Schwester Katharina Kluitmann als Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz zu der Frage „Geht Macht auch ordentlich?“ Am letzten Mitt-woch in der Fastenzeit, dem 8. April, wird im Dom die Düstere Mette gefeiert.

Die Abende beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Alle geistlichen Themenabende überträgt das Bistum Münster live im Internet. Interessierte können sie unter www.bistum-muenster.de und www.paulusdom.de, auf der Facebookseite des Bistums unter www.facebook.com/bistum.muenster sowie im Youtube-Kanal des Bistums unter www.youtube.com/user/BistumMuenster/live verfolgen.  


Bildunterschrift: Für eine geschlechtergerechte Kirche engagiert sich Prof. Agnes Wuckelt.

 


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