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Ukraine wartet weiter auf Freigabe für deutsche Panzerlieferung

Die ukrainische Regierung wartet einem Bericht zufolge weiterhin darauf, dass die deutsche Regierung eine Lieferung von 100 gebrauchten Panzern freigibt. Kiew habe sich in dieser Sache Ende vergangener Woche direkt ans Kanzleramt gewandt, berichtete die "Welt" am Mittwoch unter Berufung auf ukrainische Regierungskreise. Bis Dienstagabend sei jedoch kein Signal gekommen, ob die Genehmigung erteilt werde.

Es geht demnach um 100 Panzer des Typs Marder. Diese habe der größte deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall bereits am 28. Februar der Bundesregierung angeboten. Die Fahrzeuge stehen dem Bericht zufolge derzeit bei Rheinmetall, weil die Bundeswehr sie ausgemustert hat - für einen Einsatz in der Ukraine müssten sie generalüberholt werden.

Dies würde allerdings bis ins nächste Jahr dauern. Die Idee sei deshalb, dass die Bundeswehr eigene Marder-Panzer an die Ukraine abgibt und die entstehenden Lücken im kommenden Jahr mit den generalüberholten Mardern auffüllt. 

Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt am Freitag vergangener Woche habe eine Delegation um Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko die Forderung nach den Panzern vorgetragen, schrieb die Zeitung. Die Delegation habe klargemacht, dass die Marder-Lieferung aktuell oberste ukrainische Priorität sei.

Wie die Zeitung weiter berichtete, hatte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow bereits Mitte vergangener Woche in einem Brief und einem anschließenden Telefonat mit seiner deutschen Kollegin Christine Lambrecht (SPD) um die Marder-Panzer gebeten. Lambrecht habe ukrainischen Quellen zufolge jedoch abgelehnt und argumentiert, dass die Panzer in Nato-Aufgaben gebunden seien.

Am Dienstag hatte auch Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) auf Berichte über die bei Rheinmetall vorhandenen Panzer verwiesen. Wenn die Fahrzeuge tatsächlich dort nur herumstünden und die Bundesregierung die Lieferung an die Ukraine nicht genehmige, sei das "wirklich ein großes Versäumnis der Bundesregierung", sagte er. Scholz müsse sich persönlich der Angelegenheit annehmen - "das ist Chefsache".

cne/cha


© Agence France-Presse


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