Masterplan Mobilität liegt vor

Basis für Masterplan Mobilität Münster 2035+

Münster - (SMS) - Die Münsteranerinnen und Münsteraner legen bereits heute zwei Drittel ihrer Wege mit dem Umweltverbund, also zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), zurück. Eine gute Ausgangslage für weitere Verkehrsplanungen der Stadt, die umweltverträgliche Verkehrsmittel stärken und den Kfz-Verkehr weiter reduzieren möchte, so der Gutachter in einem Zwischenbericht zum geplanten Masterplan Mobilität 2035+. Den Masterplan für das große Ganze eines stadtverträglichen und klimagerechten Mobilitätswandels erarbeitet die Stadt Münster bis zum Ende des kommenden Jahres. Der Zwischenbericht mit der Bestandsanalyse der aktuellen verkehrlichen Situation in Münster wird am 2. Februar im Ausschuss für Verkehr und Mobilität vorgestellt.

Der Zwischenbericht ist Basis für die weitere Arbeit am Masterplan. Er gibt erste Hinweise, wie sich das Verkehrsverhalten ändern und in welcher Form die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden muss, damit das Verkehrswegenetz den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gerecht wird. Bis zum Sommer werden unterschiedliche Szenarien entwickelt, in denen dargestellt wird, wie sich verschiedene Rahmenbedingungen auf das Verkehrsgeschehen in Münster auswirken. Ab Herbst sollen konkrete Maßnahmen mit der Stadtgesellschaft diskutiert werden.

 

Gute Grundausstattung mit Verbesserungspotenzial    

Die Ausgangslage für weitere Planungen ist gut. Die Münsteranerinnen und Münsteraner nutzen zumeist ÖPNV, Fahrrad oder gehen zu Fuß. Dieser Umweltverbund soll weiter gestärkt werden. Auch die Verkehrsinfrastruktur ist im Vergleich mit anderen Großstädten überdurchschnittlich gut. Allerdings stößt das bestehende System an seine Grenzen: Ein Wechsel des Verkehrsmittels ist nicht immer möglich und der vorhandene Straßenraum ist endlich. Wenn ambitionierte Ziele, etwa im Klimaschutz, erreicht werden sollen, führt kein Weg daran vorbei, neue Lösungen für stadtverträgliche und klimagerechte Mobilität zu finden.

Die Analyse zeigt, dass sowohl der KFZ-Verkehr als auch der Radverkehr und der öffentliche Verkehr grundsätzlich gut ausgebaut sind, dies gilt in weiten Teilen auch für das Straßennetz. Dennoch sind Ergänzungen sinnvoll, um das Netz weiter zu verbessern und an anderer Stelle zu entlasten. So geben die neuen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen und die stadtregionalen Velorouten die Richtung vor, in die sich die sich die Fahrradinfrastruktur zukünftig entwickeln soll. Das Angebot im ÖPNV ist gut vernetzt und erschließt das Stadtgebiet in weiten Teilen. Neue Systeme, wie "LOOP" als nachfrageorientiertes Abrufangebot, sind bereits in das Angebot integriert worden. Bei den Reisezeiten ist der ÖPNV in der Regel allerdings wesentlich langsamer als Auto oder Fahrrad.      

Viele Mobilitätsthemen in Münster müssen auch gemeinsam mit den Nachbargemeinden angegangen werden. Ein wesentlicher Teil des Verkehrs in Münster ist Stadt-Umland-Verkehr. An Werktagen werden rund 360 000 Wege zum großen Teil mit dem Auto zurückgelegt. Als Oberzentrum der Region ist der Bereich innerhalb des Promenadenrings traditionell ein wichtiger Anlaufpunkt. Dort konzentrieren sich Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsangebote und Arbeitsplätze. Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist entsprechend ein zentrales Anliegen der Verkehrsplanung in Münster. Aber auch im Umfeld der Universität und durch die Konversion der Kasernen und die Entwicklung weiterer Gewerbegebiete ergeben sich neue Ziele.

Masterplan Mobilität 2035+

Der Masterplan Mobilität 2035+ gibt der zukünftigen Verkehrsentwicklung konkrete Perspektiven die umweltverträglichen Verkehrsmittel zu stärken, den Kfz-Verkehr zur Entlastung der Zentren und der Wohnstandorte zu reduzieren, den Straßenraum umzuverteilen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Mit dem Masterplan werden die Weichen für einen stadtverträglichen und klimagerechten Mobilitätswandel gestellt. Dieser Gesamtplan stellt alle Verkehrsarten in einen Kontext und bündelt Einzelprojekte zu einem zeitgemäßen Mobilitätssystem.

Der Zwischenbericht Bestandsanalyse Masterplan Mobilität 2035+ kann unter www.stadt-muenster.de/zwischenbericht_mobilitaet   (PDF, 49 MB) abgerufen werden.

 

Fotos:

Fahrrad und Bus machen über die Hälfte der Verkehrsmittel in Münster aus. Foto: PTV Group.

Der Masterplan Mobilität 2035+ soll die Weichen für einen stadtverträglichen und klimagerechten Mobilitätswandel stellen, Zentren und Wohnstandorte vom Kfz-Verkehr entlastet werden.

Foto: Stadt Münster, Amt für Kommunikation.

Grafik: Die Bedeutung des Umweltverbundes ist in Münster in den vergangenen Jahren gestiegen, die Zahl der Autofahrten zurückgegangen.

Grafik: Stadt Münster.



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