LWL präsentiert Wort des Monats

Die Suppe auslöffeln, dass kann jede:r - aber die Suppe verteilen, dass darf nur die Küchenchef:in mit dem "Schleif".

Was sich hinter dem Wort des Monats November verbirgt, wissen die Sprachwissenschaftler:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). 


"Das Wort Schleif ist auch über Westfalen-Lippe hinaus bekannt für die Suppenkelle oder einen großen Kochlöffel", sagt Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. Das Wort wird manchmal auch "Sleef" oder "Schläif" ausgesprochen. "Der Schleif steht sinnbildlich auch für das Regiment in der Küche, denn mit ihm wird das Essen zugeteilt." So heißt es in Unna-Afferde beispielsweise: "Sai hiätten Slaiw in de Hant behollen." (Wörtlich: Sie hat den Kochlöffel in der Hand behalten.) 

Weit verbreitet sind auch Bedeutungen, die mit dem langen Stiel der Suppenkelle zu tun haben: "Schleif" bezeichnet daher oft auch einen hoch gewachsenen Jungen. "Daraus entwickelte sich vermutlich der Gebrauch als Schimpfwort für einen ungehobelten Kerl oder ungezogenen Jungen", so Denkler. 


©LWL



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