„Stärke und Liebe aus der Gemeinschaft mit Jesus“

Weihbischof Zekorn über verfolgte Christen früher und heute

Münster -  (pbm/al) - „Sie haben in der Person Jesus Christus das Leben gefunden – im Kontakt zu ihm und im Leben aus der Wahrheit, die er verkündet hat“: Mit diesen Worten hat Münsters Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bei seiner Predigt am zweiten Weihnachtstag, dem Hochfest des heiligen Stephanus, im St.-Paulus-Dom Münster die Kraftquelle von Christinnen und Christen dargestellt, die für ihren Glauben Verfolgung und sogar die eigene Tötung in Kauf nehmen.

Stephanus gilt als der erste Märtyrer des Christentums, also der erste Christ, der vor etwa 2.000 Jahren wegen seines Glaubens getötet wurde. Von ihm schlug Zekorn einen Bogen zu heutigen Christenverfolgungen beispielsweise in Nordkorea, China, Indien, Pakistan, Iran, Saudi-Arabien und Libyen.

„Stephanus geht nicht für eine abstrakte Wahrheit in den Tod, die man durch irgendeine andere von vielen Wahrheiten austauschen könnte. Er hat vielmehr erfahren, dass dieser Jesus sein Leben auf eine Weise erfüllt wie sonst nichts, dass der Kontakt zu diesem Jesus eine völlig neue Dimension für sein Leben eröffnet“, sagte Zekorn. Dass „das immer wieder so enge, begrenzte und verwundbare alltägliche Leben durchwoben wird von der unendlichen Liebe, die Gott ist“, davon zeugten alle Märtyrer und Glaubenszeugen der Kirche bis heute.

Sie ermutigten, ein wirklich erfüllendes Leben in Jesus Christus zu finden, und zeigten, dass der Glaube nicht als reines Diskussionsthema oder Sammlung von Werten lebendig werde. „Die Inhalte des christlichen Glaubens und seine Hinweise für ein gelingendes Leben“ erschlössen sich letztlich nur aus einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus.

Als Beispiel für diese Haltung nannte der Weihbischof unter anderem die ehemalige IS-Geisel Pater Jacques Mourad, der kürzlich bei Auftritten im Bistum Münster von seinem Schicksal berichtet hatte. Er habe „aus der im Gebet immer neue errungenen Gemeinschaft mit Jesus Christus seinen Peinigern mit Liebe begegnen“ können. So könnten die Märtyrer von heute anregen, diese Gemeinschaft neu zu vertiefen, sagte Zekorn abschließend.  


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