Zum Bustarif mit London-Taxi durch Münsters Süden

Stadt Münster schließt ÖPNV-Lücke mit neuem Handybus-Angebot von Stadtwerken und door2door

Berlin, 28. August 2020 Am 1. September startet die Stadt Münster mit dem LoopMünster ein neues Nahverkehrsangebot für die Bürgerinnen und Bürger: Ein Bus, wo sonst keiner fährt.

Über eine Handy-App rufen die Kunden ein mit Ökostrom betriebenes London-Taxi, das die Fahrgäste an ihr Ziel bringt. Auf dem Weg werden weitere Fahrgäste eingesammelt und abgesetzt. Die Software errechnet die optimale Fahrtstrecke, sodass alle Bürgerinnen und Bürger schnell und umweltschonend an ihr Ziel kommen.

Das Handybus-Konzept und die Routensteuerung wurden von door2door entwickelt und innerhalb von nur 90 Tagen mit der Stadt Münster und den Stadtwerken Münster umgesetzt.

door2door ist der in Deutschland führende Anbieter für On-Demand-Ridepooling-Lösungen und die digitale Integration der bestehenden ÖPNV-Infrastruktur. Die in Münster eingesetzten Handybusse verkehren in den Stadtteilen Hiltrup, Amelsbüren, Berg Fidel und Mecklenbeck-Süd sowie den anliegenden Wohn-und Gewerbegebieten Loddenheide und Hansa-Business Park.

Sie fahren ohne feste Linienwege und Fahrpläne nahezu rund um die Uhr. Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer sagte bei der Einweihung des neuen Angebotes: „Mit der Digitalisierung können wir viele Lücken im ÖPNV-Netz schließen. Durch bessere Vernetzung der Angebote und neue On-Demand-Dienste.

Einen Bus per Handy rufen –das ist bürgerfreundlich, innovativ und macht unseren Nahverkehr noch besser. Ich freue mich, dass dies mit einer Entwicklung aus Deutschland möglich wird und hoffe, dass viele weitere Städte und Gemeinden ihr ÖPNV-Angebot digital ergänzen.““Der Loop-Bus ist flexibel, orientiert sich am Bedarf der Nutzer und er ist einfach, digital buchbar. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir solche attraktiven Mobilitätsangebote, damit die Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Das Konzept der Stadt und der Stadtwerke Münster hat uns im Landeswettbewerb für einen innovativen ÖPNV im ländlichen Raum überzeugt“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst bei der Vorstellung des Service. Das Verkehrsministerium NRW fördert das Projekt mit fünf Mio. Euro.

Der Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe, unterstreicht die Bedeutung des Angebots für die Stadt. „Das neue Loop-Angebot ist gleichzeitig sehr flexibel und bequem für die Münsteranerinnen und Münsteraner, reduziert dabei aber auch Autofahrten und unterstützt so unsere Klimaziele. Dass Münster die Förderzusage des Landes erhalten hat, ist für uns Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.

LoopMünster ist ein wichtiger Baustein zu mehr nachhaltiger Mobilität in unserer Stadt“, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Die Stadt Münster selbst investiert mehr als drei Millionen Euro in das neue Angebot. „Gemeinsam mit den Stadtwerken und der Stadt Münster schließen wir eine große Lücke im ÖPNV. Auf Basis unserer erprobten Softwarelösung kann dieses neue On-Demand-Ridepooling - Angebot bereits nach 90 Tagen starten. Die kurze Vorbereitungszeit unterstreicht unsere Leistungsfähigkeit und unseren verlässlichen Service für die Kommunen“, so Dr. Tom Kirschbaum, Co-Gründer und Geschäftsführer von door2door. Eines der größten Angebote in Europa

Unterwegs ist LoopMünster zu den gewohnten ÖPNV-Betriebszeiten, unter der Woche von fünf Uhr morgens bis zwei Uhr am nächsten Tag, ab freitags sogar durchgehend bis Montagmorgen. Das Betriebsgebiet umfasst rund 40 km², auf denen rund 55.000 Menschen wohnen. LoopMünster ist damit das nach der wöchentlichen Betriebszeit größte On-Demand-Projekt in Nordrhein-Westfalen und eines der größten in Europa. Dabei wird kein Aufpreis für dieses Angebot erhoben. Für die Fahrt gelten die normalen ÖPNV-Tickets, also alle Abos, Semestertickets und Zeittickets. Auch per App können Fahrkarten erworben werden. Unterwegs sammeln die Fahrzeuge weitere Fahrgäste ein, deren Start-und Zielwünsche übereinstimmen.

Die beste Route dafür errechnet die Software von door2door so, dass nur kurze Umwege für jeden Fahrgast anfallen. Insgesamt elf Loop-Handybusse(Taxi-ModellsLEVC TX) fahren durch Münsters Süden. Dabei handelt es sich um emissionsarme Hybridfahrzeuge, die hauptsächlich elektrisch und damit leise und ohne Abgase unterwegs sind. Um dies zu gewährleisten, werden die Fahrzeuge auch während der Betriebszeit mit Ökostrom geladen, sodass der Verbrennungsmotor möglichst selten benutzt wird.

Die London-Taxis haben sechs Sitzplätze und sind durch eine ausfahrbare Rampe auch für mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator nutzbar. „Besonders wichtig war uns, dass die Fahrgäste keinen Aufpreis bezahlen. Eine Fahrt mit Loop gibt es zum normalen ÖPNV-Tarif. Wer also ein Abo hat, zahlt nichts extra, das 90 MinutenTicket gilt in den kleinen Bussen genauso wie in den großen. Wir sind überzeugt davon, dass das Projekt den klimafreundlichen Nahverkehr stärken wird. Funktioniert das, können wir uns vorstellen, auch in anderen Bezirken ein ebenso smartes Angebot einzuführen“, erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff.

Eine wissenschaftliche Begleitforschung durch die Westfälische Wilhelms-Universität Münster stellt sicher, dass die Erkenntnisse aus der dreijährigen Pilotphase für solche Entscheidungen genutzt werden können. „Der Nahverkehr ändert sich rasant, wird flexibler und modularer. Auf den Hauptrouten können das nach wie vor große Busse und Bahnen sein. Für manche Fahrten wird das Carsharing-Auto besser passen. Und in der Feinerschließung werden digitale Angebote wie Loop sich durchsetzen, aber auch Leihräder oder -roller eine Rolle spielen. Wir sehen unseren Auftrag darin, unseren Kundinnen und Kunden den Alltag zu erleichtern und möchten daher bis 2025 eine Mobilitätsplattform aufbauen, die alle Arten von nachhaltiger Mobilität zusammenfasst“, erklärt Frank Gäfgen, Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke. Für Fahrten innerhalb des Projektgebiets ist Loop umsteigefrei unterwegs. So halten am Bahnhof in Hiltrup nicht nur große Busse und Bahnen sowie die Loop-Kleinbusse, auch sichere Abstellmöglichkeiten für Räder sind bereits vorhanden.

door2door ist der deutsche Marktführer für Ridepooling im städtischen und ländlichen Nahverkehr. Das Unternehmen ist Technologiepartner der Kommunen und liefert lokale Mobilitätsanalysen, die Integration aller bestehenden ÖPNV-Angebote in einer App und die Ergänzung des Angebots um sogenannte On-Demand-Ridepooling-Lösungen. door2door wurde von Frost & Sullivan zur „European Company of the Year” ernannt und ist Mitglied des World Economic Forum



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