5200 Kinder suchen derzeit Schutz im Nordosten Syriens

"Es fehlt ihnen am Nötigsten." - Geflüchtete Familien im Nordosten Syriens leben unter schlimmsten Bedingungen

Berlin (ots) Mehr als 13.000 Menschen - darunter etwa 5200 Kinder - suchen derzeit im Nordosten Syriens unter schlimmsten Hygienebedingungen in Schulen, unfertigen Gebäuden ohne Strom oder unter freiem Himmel Schutz. Seit Beginn des jüngsten Militäreinsatzes in der Region sind insgesamt mehr als 176.000 Menschen geflohen, darunter laut Schätzungen über 70.000 Kinder.

"Es gibt kein Wasser und keine Toiletten. Der Gestank ist unerträglich", sagt der Familienvater Samer (Name geändert), der mit seinen beiden Kindern in einer Schule in Al Hasakeh untergekommen ist. "Wir haben nichts mehr. Wir haben alles zurückgelassen und nur unsere Kinder mitgenommen", berichtet er Save the Children.

Allein in Al Hasakeh wurden 24 Schulen zu Sammelunterkünften umfunktioniert, 4160 Vertriebene fanden dort Zuflucht. Wegen der Zerstörung der Stromleitungen zum Wasserkraftwerk von Al Hasakeh gibt es in der Stadt nur unregelmäßig Leitungswasser. Der Großteil der Bewohner ist auf die Versorgung durch Tankwagen angewiesen.

"Tausende Kinder und ihre Familien mussten zum wiederholten Mal fliehen", sagt Sonia Khush, Save the Childrens Länderdirektorin für Syrien. "Sie mussten ihr Hab und Gut zurücklassen und leben nun unter unhygienischen Bedingungen. Es fehlt ihnen am Nötigsten."

"Die Menschen in Nordostsyrien waren schon vor der jüngsten Offensive in Not. Sie sind unbedingt auf humanitäre Hilfe angewiesen", betont Khush. "Wir fordern alle Konfliktparteien auf, Zivilisten zu schützen und dafür zu sorgen, dass Hilfsorganisationen einen ungehinderten Zugang zu notleidenden Kindern haben."

Save the Children unterstützt Vertriebene im Nordosten Syriens in den Bereichen Hygiene, Ernährung, Kinderschutz und Bildung. In Al Hasakeh verteilt die Kinderrechtsorganisation Lebensmittelpakete und Nothilfe-Kits einschließlich Matratzen. Außerdem betreut Save the Children die Geflüchteten psychologisch.

Foto: Idris / Save the Children



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