Zweites Verfahren gegen Kardinal Woelki

Es geht um den Vorwurf einer falschen eidesstattlichen Versicherung, wie die Behörde am Mittwoch auf Anfrage bestätigte.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat ein zweites Ermittlungsverfahren gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelkieingeleitet. Es geht um den Vorwurf einer falschen eidesstattlichen Versicherung, wie die Behörde am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Sie habe "zureichende Anhaltspunkte für die Annahme, dass möglicherweise ein Geschehen von strafrechtlicher Relevanz vorliegen könnte". Zuerst hatten die Zeitung "Die Welt" und der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

Den Medienberichten zufolge soll es um den Fall eines Pfarrers gehen, der schon vor mehr als 20 Jahren sexuellen Kontakt mit einem Minderjährigen gehabt haben soll. Auch später gab es demnach Missbrauchsvorwürfe gegen ihn. Woelki beförderte den Priester 2017 zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf. Der Kardinal habe im vergangenen Jahr an Eides Statt versichert, dass er bis auf einen bekannten Vorfall nur von Gerüchten rund um den Mann gehört habe, schrieb die "Welt".

Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen gegen Woelki zunächst abgelehnt, weil es keinen Anfangsverdacht gegeben habe. Nach der Aussage einer Zeugin in einem presserechtlichen Verfahren vor dem Landgericht Köln habe sich dies geändert, erklärte die Staatsanwaltschaft. Woelki streitet sich vor Gericht mit der "Bild" über einen Artikel.

Anfang November wurde ein erstes Ermittlungsverfahren gegen Woelki bekannt. Auch darin geht es um den Verdacht einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Eine Mitarbeiterin des Erzbistums warf Woelki im "Kölner Stadt-Anzeiger" falsche Angaben über den Zeitpunkt vor, zu dem er über Missbrauchsvorwürfe gegen einen früheren Sternsinger-Präsidenten erfahren habe. Woelki weist die Vorwürfe im Wesentlichen zurück.

smb/cfm



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