Umweltrisiken durch australisches Erdgas-Projekt

Der Greenpeace-Report zeigt Umweltrisiken, die durch das australische Erdgas-Projekt mit RWE-Beteiligung entstehen. 84 Bohrungen nach Erdgas bedrohen die Korallenriffe, Wale und andere Tierarten.

Hamburg/Perth - (ots) - Ein an der westaustralischen Küste geplantes Erdgas-Projekt unter Beteiligung des Essener Energiekonzerns RWE birgt enorme Gefahren für Fauna und Flora. Das zeigt ein heute veröffentlichter Report von Greenpeace Australien (Online: https://act.gp/3OpOawl). "Burrup Hub" des australischen Gas-Konzerns Woodside ist das größte derzeit in Australien geplante Projekt zur Förderung fossiler Brennstoffe. 84 Bohrungen sollen in dem Gebiet mit der höchsten maritimen Artenvielfalt Australiens gesetzt werden, um Gas ab 2025 über mehrere hundert Kilometer lange Pipelines zu fördern. RWE und der Energiekonzern Uniper haben Abnahmeverträge über 0,85 bzw. 2 Millionen Tonnen Flüssigerdgas (LNG) abgeschlossen. "RWE ist seit Jahren der klimaschädlichste Konzern Europas, jetzt hilft das Unternehmen auch noch mit, ökologisch hoch sensible Meeresgebiete zu gefährden", sagt Manfred Santen, Meeresexperte von Greenpeace. "RWE und Uniper müssen aus dem Geschäft mit klimaschädlichen Erdgas aussteigen."

Welche Meeresschutzgebiete und einzigartigen Ökosysteme durch das Projekt betroffen sind, zeigt eine interaktive Karte, die mit dem Report veröffentlicht wird (Online: https://t1p.de/uz8wd). Bei einem Unfall mit Gasaustritt oder Freisetzung von Kondensat wären zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bedroht, darunter stark gefährdete Blauwale und Walhaie sowie vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröten oder Echte Karettschildkröten. Die betroffenen Lebensräume sind unter anderem das Ningaloo Reef (UNESCO-Weltnaturerbe), der Montebello Marine Park und Riffe wie das Scott Reef im Browse-Basin. An einigen Offshore-Standorten von Woodside kam es in den letzten Jahren durch mangelhafte Infrastruktur und schlechtes Management bereits zu Störfällen.

Flüssiggas aus Australien - RWE macht Geschäfte auf Kosten bedrohter Arten

Mit dem Krieg in der Ukraine und den gedrosselten Gasimporten aus Russland wird der europäische LNG-Markt für Energiekonzerne attraktiv. LNG aus Australien ist wegen Methan-Leckagen und des Energieaufwands zur Gasverflüssigung klimaschädlicher als Pipeline-Gas. "Die Abkehr von russischem Öl und Erdgas darf jetzt nicht dazu führen, dass einzigartige marine Ökosysteme zerstört werden," sagt Santen. "Wenn RWE bis 2040 klimaneutral werden will, kann der Konzern sich nicht an derartigen Projekten beteiligen." 


Greenpeace e.V.



Webauftritt von stadt40

Teile jetzt diesen Artikel