Highlights im Theater Münster

Am heutigen Tag, den 22. Januar feiern wir die Deutsch-Französische Freundschaft – und damit auch den kulturellen Austausch.

COMIC OPERETTA VON LEONARD BERNSTEIN

CANDIDE – nach Voltaires satirischem Roman »Candide ou l‘optimisme«

Candide Ensemble  © Oliver Berg

»Ein Fest für Augen und Ohren Ein Illustrator, der live zeichnet, während sich auf der Bühne eine Opernpremiere vollzieht – geht das? Oh ja! Bei Leonard Bernsteins CANDIDE im Großen Haus ist das Publikum am Ende außer Rand und Band – dank der schieren Fantasie von Robert Nippoldt.« Westfälische Nachrichten

Voltaires Roman CANDIDE – ein grelles Gemisch aus Abenteuergeschichte, Märchen und Satire – erschien 1759, vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von Lissabon und mitten im Siebenjährigen Krieg – in einer Zeit also, die genügend Anlass bot, Leibniz‘ schöne Theodizee von der gottgewollten Zweckmäßigkeit dieser »besten aller Welten« kritisch in Frage zu stellen. Der Roman wurde schließlich verboten, auf den Index gesetzt und öffentlich verbrannt. Die schonungslose Attacke auf den Optimismus beflügelte Bernstein zu seiner schillerndsten Komposition für das Musiktheater. Er selbst nannte die Musik zu CANDIDE eine Liebeserklärung an Europa. In der Partitur tauchen Tanzformen wie Gavotte, Mazurka, Polka oder Walzer auf, und die Konventionen der europäischen Oper werden auf liebenswürdigste Weise verballhornt.

Vorstellungen: Sa, 5. Februar 19.30 Uhr – Fr, 11. Februar 19.30 Uhr – Sa, 26. Februar 19.30 Uhr


NACH DEM ROMAN VON VIRGINIE DESPENTES

APOKALYPSE BABY

Apokalypse Baby Regine Andratschke, Marlene Goksch, Yana Robin la Baume © Oliver Berg

Das Teenagermädchen Valentine – aus gutem Haus, gelangweilt und laut ihrer Familie »gefährdet« auf die falsche Bahn zu geraten – ist verschwunden. Eine Privatdetektivin begibt sich auf die Suche und holt sich für diesen Fall eine Koryphäe der Pariser Unterwelt zu Hilfe: Mit Kaltschnäuzigkeit und wenn nötig auch mit roher Gewalt bringt »Die Hyäne« jeden Verdächtigen zum Reden. Die Spur führt von Valentines noblem Elternhaus in Paris über die rechtsnationale Musikszene in der Provinz bis zu einer Nonne in Barcelona. Es scheint, als würde Valentines Suche nach einem Platz in der Welt sie auf eine extreme Tat zutreiben. Skandalautorin Virginie Despentes veröffentlichte 2010 mit APOKALYPSE BABY einen Krimi, der durch verschiedenste gesellschaftliche Milieus führt: neongrell, rotzig und scharfsinnig ironisch zugleich.

Vorstellungen: Di, 1. Februar 19.30 Uhr – Di, 8. Februar 19.30 Uhr –  Do, 24. Februar 19.30 Uhr


NACH DEM ROMAN VON ÉDOUARD LOUIS

WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT

Joachim Foerster  © Oliver Berg

Aufgewachsen in der nordfranzösischen Provinz, berichtet Eddy von einem Leben gefangen in brutalen Verhältnissen, der Entdeckung seiner Homosexualität und dem Wunsch, das enge, ihn umgebende Milieu zu verlassen – was schließlich zum Bruch mit der eigenen Familie führt. In WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT kehrt der mittlerweile in Paris lebende Autor zu seinen Wurzeln zurück und versucht das eigene Verhältnis zum Vater aufzuarbeiten. Dessen Gesundheitszustand ist erschreckend desolat ebenso wie das politische System Frankreichs, was Louis zum Anlass nimmt, beides miteinander in Bezug zu setzen. Louis’ Abrechnung mit den französischen Präsidenten und die gleichzeitige Aussöhnung mit seiner Familie ist eine provozierende Attacke gegen das politische System und ein aufwühlendes Vater-Sohn Drama.

Vorstellungen: Do, 10. Februar um 19.30 Uhr – Sa, 26. Februar um 19.30 Uhr


MIT GÖTZ ALSMANN & BAND

NEUJAHRSKONZERT 2022 DES SINFONIEORCHESTERS MÜNSTER

Götz Alsmann © Jens Koch

Es ist seit vielen Jahren Kult und gehört für die Stadt Münster zum Jahreswechsel wie DINNER FOR ONE: Das NEUJAHRSKONZERT des Sinfonieorchester Münster mit Götz Alsmann und Band! Im Jahr 2022 blicken wir mit dem unnachahmlichen Wortakrobatiker und charmanten Conferencier der alten Schule zu unseren Nachbarn nach Frankreich. Die Sprache, die Küche, die Mode, die Kunst, die Musik – die Welt wäre ohne die französischen Beiträge definitiv ein schlechterer Ort. Wir zelebrieren »Laissez-faire« und »Savoir-vivre« mit musikalischem Champagner und Petit-fours der Extraklasse, darunter Musik von Georges Bizet, Maurice Ravel und Chansons voll Noblesse und Passion – wie immer gespickt mit mancherlei witzigem oder skurrilem Bonbon. Vive la France!

Vorstellungen: Fr, 28. Januar 19.30 Uhr – So, 30. Januar, 16 Uhr 19 Uhr – Fr. 4. Februar 19.30 Uhr 


© Theater Münster


 


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