Niedersachsen und Hamburg verschärfen Maßnahmen

Angesichts der angespannten Coronalage haben die norddeutschen Bundesländer Niedersachsen und Hamburg am Dienstag schärfere Regeln zur Eindämmung der Pandemie verkündet.

In Niedersachsen gilt bereits ab Mittwoch in den meisten Kommunen eine 2G-Plus-Regel im gesamten Freizeitbereich, wie die Landesregierung in Hannover mitteilte. Der Hamburger Senat beschloss eine 2G-Regel für den Einzelhandel mit der Ausnahme von Geschäften der Grundversorgung.

Die niedersächsische Landesregierung bereitete nach Angaben von Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) außerdem bereits weitere Maßnahmen in der nächsthöheren Corona-Warnstufe vor, für die zuvor ein Landtagsbeschluss erforderlich wäre. Dazu gehörten die Schließung von Diskotheken, Weihnachtsmärkten und Bars sowie die Einführung von strengen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, sagte sie in Hannover. Demnach bat die Regierung den Landtag um eine Sondersitzung möglichst in der kommenden Woche.

Bei 2G-Plus müssen auch Geimpfte und Genesene einen aktuellen negativen Coronatests vorlegen, um Veranstaltungen zu besuchen oder Dienstleistungen nachfragen zu können. Laut Warnstufenkonzept des Landes Niedersachsen gilt dies künftig etwa für Besuche von Bars und Diskotheken, auf Weihnachtsmärkten, beim Sport im Innenbereich sowie bei körpernahen Dienstleistungen. Bei 2G ist noch kein Test für Geimpfte und Genesene nötig, Ungeimpfte sind ausgeschlossen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) kündigte eine deutliche Verschärfung der Kontrollen durch die Polizei und die Ordnungsbehörden an. Die Zeit der Ermahnungen bei Regelverstößen sei vorbei, sagte er in Hannover vor Journalisten. Die Lage sei inzwischen "wirklich ernst". Die Behörden würden ab sofort "deutlich konsequenter vorgehen" und "buchstäblich ausschwärmen". Das werde "einige nerven", aber die Infektionsdynamik müsse sinken.

Die neuen 2G-Regeln für den Einzelhandel in Hamburg sollen ab Samstag gelten. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Hansestadt lag am Donnerstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei rund 213, in Niedersachsen bei knapp 216. Damit gehören beide zu den Ländern mit den niedrigsten Inzidenzen, aber auch dort steigen die Zahlen der Infektionen und die Zahl der Krankenhausbehandlungen.

Die Lage in den niedersächsischen Kliniken sei "angespannt", sagte Behrens in Hannover. Bereits knapp zehn Prozent der Intensivbetten seien mit Coronapatienten belegt. Daher wies die Landesregierung die Krankenhäuser am Dienstag an, Intensivbettenkontingente als Reserve für die zu erwartenden neuen Coronafälle freizuhalten. Planbare Operationen müssen deshalb bei Bedarf verschoben werden.

bro/cfm



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