Kranke Kinder in der Fremde begleitet

Krankenhausaufenthalte sind wohl für alle Menschen schwierig, erst recht für Kinder, die noch dazu allein in einem fremden Land im Krankenhaus liegen. Umso wertvoller war die Hilfe, die die Portugiesischsprachige Gemeinde Münster kürzlich in drei Fällen geleistet hat.

(pbm) Der erste Hilferuf ging vor einem Jahr bei der Portugiesischsprachigen Gemeinde in der Beelertstiege ein. Antonio, ein siebenjähriger angolanischer Junge, wurde damals in einer Münsteraner Klinik behandelt. Er konnte sich schlecht an die Situation gewöhnen. Das Friedensdorf International, das die Behandlung organisierte, suchte dringend Freiwillige, bevorzugt mit portugiesischen Sprachkenntnissen. Diese sollten Antonio im Krankenhaus begleiten und ihm so die Zeit dort erleichtern.

Schnell startete Pfarrsekretärin Adriana Schulten eine Telefonaktion. Im Ergebnis gelang es, dass Antonio intensiv begleitet wurde und es ihm – sicher auch deshalb – bald besser ging. Für die Gemeindemitglieder war es eine großartige Erfahrung, wie sich Antonio über die Besuche freute und sich sehr gut entwickelte.

Angesichts dieser positiven Erfahrung war klar: Falls nötig, stellt sich die Gemeinde wieder zur Unterstützung zur Verfügung. Im Mai kam die zweite Anfrage: Die neunjährige Fabiana, ebenfalls aus Angola, musst kurzfristig wegen des Verdachts auf Malaria in Münster behandelt werden. Wieder gab es den telefonischen Rundruf, und wieder fanden sich viele Freiwillige zur Unterstützung des Kindes, darunter eine Gruppe von Krankenschwestern aus Brasilien, die seit etwa einem Jahr im Universitätsklinikum Münster beschäftigt sind.

Um die Engagierten mit Hintergrundwissen zu versorgen, besuchte zwischenzeitlich Nazira Kasenova – beim Friedensdorf zuständig für die medizinische Einzelfallhilfe – die Portugiesische Gemeinde und informierte über ihre Arbeit. Dieses Wissen nutzten die Gemeindemitglieder unmittelbar beim nächsten Einsatz: Die dreizehnjährige Mara aus Gambia wurde mehr als eine Woche lang während ihrer medizinischen Behandlung von der Gruppe betreut.

„Uns freuen das große Engagement und die Anteilnahme bei der Unterstützung der Kinder des Friedensdorfes, die in ihren Heimatländern keine Chancen auf Behandlungsmöglichkeiten haben, die bei uns Standard sind“, sagt Diakon Ludger Schulten aus der Portugiesischsprachigen Gemeinde. Dass sich eine zweistellige Zahl von Münsteraner Neubürgern aus Brasilien beteiligt habe, ist aus seiner Sicht besonders hervorzuheben.

Autor/Bild: A. Lucht



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