Vor dem Schloß: Ganz großes Kino

Neuauflage für eine beliebte Veranstaltungsreihe. Am 9. August ist das Sommernachts-Kino in seine neue Saison gestartet. Den ganzen August über lädt das Cineplex und die Sparda Bank zum kollektiven Kinovergnügen auf den Schlossplatz. Die Gastgeber sorgen dafür, dass sich alle wohl fühlen. Ein Wermutstropfen: Zur ersten Vorstellung mit dem Film „Der Vorname“ gab es Regen. Abgehalten hat das allerdings niemanden.

Die Vorzeichen am Freitag sind eher trübe. Oh, das sieht aber stark nach Regen aus. Ein Blick auf die Wetter-App bestätigt die böse Vorahnung. 40 Prozent Regenwahrscheinlichkeit bei der ersten Vorstellung des Sommernachts-Kinos. Aber wie heißt es doch so zutreffend: Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur unpassende Bekleidung. Ich packe sicherheitshalber meinen Regenschirm ein.

Wer das abgesperrte Gelände am Schloß in Münster betritt, den erwarten hunderte Liegen und Stühle, ein großes Zelt für Getränke und Popcorn sowie mehrere Imbissstände mit gefüllten Teigtaschen und anderen Leckereien. Beim Eintritt zeigen sich die Gastgeber gut gerüstet und verteilen Regen-Ponchos und Fleecedecken. Während es sich die Besucher mit Getränken und Nachos in ihren Liegen bequem machen entdecken sie, dass man seinen Regenschirm prima in die Liege stellen kann, ohne ihn dauernd festhalten zu müssen. Das Vorprogramm beginnt mit  mehreren Gewinnspielen. Derweilen hat der Wettergott ein Einsehen: In der Zwischenzeit hat der Regen nämlich aufgehört und lässt den Himmel von Münster in einem mystischen Rot leuchten. Haben wir ja doch noch Glück gehabt. Die Regenschirme werden eingeklappt. Wir müssen noch etwas auf die Dämmerung warten bevor der Film starten kann.

Der Moderator kommt erneut auf die Bühne und verteilt Gratis-Eis an alle Stadtwerke Abo Plus Abonnenten. Im Hintergrund läuft Kuschelmusik und so langsam macht sich eine ganz besondere Aura breit. Es ist eine Atmosphäre wie geschaffen für etwa die Liebe auf den ersten Blick. Und dann startet auch der Film. „Der Vorname“ beginnt mit einer moralischen Frage, ja geradezu einem schlechten Scherz unter fünf Freunden: Darf man heute sein Kind noch Adolf nennen? Die Diskussion reißt die Freunde förmlich auseinander und stellt ihre Freundschaft auf eine Probe. Die deutsche Komödie weiß mit netten Effekten das Publikum zu erreichen. In einer Hauptrolle: Christoph Maria Herbst – der Garant für gute Unterhaltung.

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken.

Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden...

Alles in allem erleben wir einen gelungenen Abend beim Auftakt des diesjährigen Sommernachts-Kinos. Das Schloß bildet immer wieder eine tolle Kulisse. Und nicht zuletzt bietet der Film „Der Vorname“ dank der Regie von Sönke Wortmann beste Unterhaltung. Was will man mehr? Ein sehr gelungener Film!



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