Die größten Schweine sind die Züchter

Die SOKO Tierschutz e.V. aus Augsburg hat 30 Tage mit versteckten Kameras im Mai und Juni diesen Jahres den Milchviehbetrieb Endres in Bad Grönenbach im Allgäu beobachtet. Der Zulieferer von so bekannten Firmen wie die Molkerei Weihenstephan und der Champignon, konnte dadurch seiner barbarischen Machenschaften überführt werden. Lesen Sie hier, was eigentlich mit Worten nicht zu beschreiben ist.

Idyllische Dörfer mit Fachwerk Bauernhöfen, satte Wiesen und hohe Berge. So oder so ähnlich sind die Bilder der meisten, wenn sie an das Allgäu denken. Dass diese Berge aus Tierkadavern bestehen, haben die meisten von uns dabei nicht auf dem Zettel.

Wer die Werbung von Champignon – dem Camembert-Spezialist - mit Marken wie St. Mang und Weihenstephan Produkten kennt, wähnt sich eigentlich in der Sicherheit, dass jede Kuh einen Namen hat, und die Bauern in ihrer Gestalt an den Almöhi aus dem Film „Heidi“ erinnern.

Ob die Betreiber von Endres diesem Klischee entsprechen, ist nicht überliefert, aber auch nicht relevant, denn es zählt das, was sich mit dem dokumentarischen Bildmaterial der SOKO Tierschutz e.V. beweisen lässt.

Rinder, die trotz Bolzenschuss nicht wirklich tot sind und anschließend elendig verenden oder von Traktoren brachial wie Betonklötze auf Großbaustellen Teil einer verachtenswerten Logistik wurden.

Und auf diesem Betrieb, Endres, werden nicht Kuhfelle hergestellt, sondern täglich 40 Tonnen Milch produziert, die vornehmlich an die Käserei Champignon verkauft werden.

Zu allem Überfluss wurden diese und viele andere Tiere von der Schlachterei VION zu Lebensmitteln verarbeitet, was strengstens verboten ist. Um das festzustellen, muss man kein Veterinär sein.

Mir kommen die Tränen, wenn ich nur daran denke, und mir zittern die Finger bei so viel perverser Amoral. Tausende Rinder werden systematisch Hunger und Durst ausgesetzt und verrecken über einen Zeitraum von bis zu neun Tagen.

Dank Friedrich Mülln und anderen meist ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins SOKO Tierschutz, die unermüdlich gegen diese Missstände kämpfen, weil staatliche Veterinärkontrollen versagen oder noch schlimmer, das Problem ignorieren, werden derlei Skandale aufgedeckt. Und Dank Medienmogulen, die sich an der Werbung von Abnehmern eine goldene Nase verdienen, gelangen sie nicht in jeden Haushalt. Doch wer diese Bilder gesehen hat, rührt in seinem Leben keine Fleischprodukte mehr an.

Gegen VION und zahlreiche Mitarbeiter wurde am 10. Juni Strafanzeige erstattet. Aber die Produktion geht dort munter weiter, denn die meisten von uns, haben auch morgen noch Hunger auf Burger und Wurst.

Guten Appetit !


Weitere Informationen auf:

SOKO Tierschutz e.V. Der Verein hat uns freundlicherweise unentgeltlich das Bildmaterial zur Verfügung gestellt.Die größten Schweine sind die Züchter !