Münster steht unter Strom

In Münster knallen die Sektkorken. Seit gestern ist es heraus: Münster wird Zentrum der Batterieforschung in Deutschland. Am MEET, einer Einrichtung an der Universität Münster, entsteht eine Forschungsfabrik. Die Bundesregierung investiert 500 Millionen Euro und auch das Land NRW beteiligt sich mit 200 Millionen Euro.

Das ist sowohl für die Universität Münster als auch die Stadt selber ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Bund und Land investieren zusammen rund 700 Millionen Euro, um die Batterietechnologie in der Bundesrepublik zu etablieren. Nach einem intensiven Bewerbungsverfahren hat sich das MEET, eine Einrichtung an der Universität Münster,  qualifizieren und am Ende durchsetzen können.

Professor Martin Winter vom Forschungszentrum MEET in Münster

Der Name MEET steht für Münster Electrochemical Energy Technology. Hier wird seit Jahren bereits an starken Akkus, ihrer industriellen Fertigung und der intelligenten Steuerung geforscht. Leistungsfähigere Batterien sind ein entscheidender Schritt zu mehr Elektromobilität. Denn die Stromspeicher sind bislang die Archillesferse des Elektroautos. Die Reichweiten sind noch begrenzt. Aber auch in anderen Bereichen sucht man händeringend nach leistungsfähigeren Speicherkonzepten.

In den Laboren des Forschungszentrums wird an leistungsfähigen Speichern gearbeitet

Das Forschungszentrum MEET von Professor Martin Winter hat im Wettbewerb um den besten Standort seine Chancen am besten ausspielen können. Letztlich entscheidend war das Konzept, das auch das Recycling der Lithium-Zellen in den Blick nehmen will. Dafür werden die Forscher und Ingenieure aus Münster mit einem speziellen Recycling-Zentrum in Ibbenbüren zusammenarbeiten, dort heißen das Konzept und der Auftrag: Aus Alt mach Neu. Damit profitiert der ehemalige Kohlestandort Ibbenbüren ebenfalls an den Investitionen in Münster.

Im MEET wird bereits an einer Batterie geforscht, die preisgünstig hergestellt werden kann, die eine starke Leistung bringt, die am längsten lebt und die die höchste Energiedichte hat. Außerdem im Fokus der Münsteraner Forscher: Die intelligente Steuerung der Batterien und deren Gewicht. Im Auto sollen sie nämlich möglichst leicht sein und nur wenig Stauraum benötigen.

Die Zukunft der Wissenschaftler und Ingenieure am MEET ist gesichert

Bei der immensen Investition geht es darum, möglichst den gesamten Wertschöpfungsprozess in Deutschland zu halten, vom Bau einzelner Teile und Komponenten bis zur Wiederverwertung gerade der teuren und damit wertvollen Alkalimetalle. Die neue „Forschungsfertigung Batteriezelle“ soll schon Mitte 2022 ihren Betrieb aufnehmen.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart rechnet mittelfristig mit "tausenden" neuen Arbeitsplätzen. Diese werden vor allem in den Firmen entstehen, die sich im Umfeld des MEET in Münster ansiedeln werden. Die Forschungsfabrik selbst wird etwa 150 Wissenschaftler und Techniker in Brot und Arbeit bringen. Das freut die Stadt Münster, die finanziell davon profizieren wird. Zugleich wird sich auch das Renommee der Stadt als herausragender Forschungsstandort verbessern.


Fotos: Porträt Prof. Martin Winter: FZ Jülich/Kraft, die anderen: MEET/Kraft


MEET – Münster Electrochemical Energy Technology, Corrensstraße 46, 48149 Münster, Tel. 0251/8336031, www.uni-muenster.de/MEET/




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