Geplante Obsoleszenz. Mythos oder berechnende Geldmache?

Für viele mag der Begriff der geplanten Obsoleszenz ein Fremdwort sein, und doch weiß so gut wie jeder, was damit gemeint ist.

Nach genau zwei Jahren Dienstzeit gab meine Waschmaschine den Geist auf, und ich suchte nach der Quittung in der Hoffnung, dass die Garantiezeit noch nicht überschritten wurde. Genau 11 Tage über der Garantie… Mist… Mir blieb keine Wahl. Eine neue Waschmaschine musste her. Bei dem Gespräch mit dem Nachbarn, warf dieser die These in den Raum, dass es von den Herstellern doch mit Absicht so gebaut werden soll. Damals, in seiner Jugend, hielten die Waschmaschinen teils über 20 Jahre, teilte mir der wütende Leidensgenosse mit und verwies auf seinen defekten Fernseher.

Geplante Obsoleszenz! Ein Geschäftsmodell mit dem man gewonnene Kunden zum Neukauf bewegt. Sucht man nach der technischen Ursache, verweisen die meisten auf die sogenannten Transistoren. Winzig kleine Schalter, die die Elektronik lahmlegen könnten.

Doch wie soll man Transistoren in Elektrogeräten so bauen, dass sie nach der Garantiezeit kaputt gehen? Woran macht man es fest? An der Anzahl der Waschgänge oder an den Betriebsstunden? Diese sind ja von Kunde zu Kunde unterschiedlich. Während bei meinem Singlehaushalt die Waschmaschine einmal in der Woche läuft, benutzt meine Nachbarin und Mutti von 4 Fußball versessenen Jungs, ihre Maschine 1 mal pro Tag. Schnell wird klar, es muss spekuliert werden. Die Kompetenz für ein solches kriminelles Unterfangen fehlt den meisten Unternehmen. Man stelle sich vor, dass Firmen wie BMW und VW sich beim Motorenbau nicht auf Berechnungen, sondern Erfahrung verlassen. Den Ingenieuren dieser Unternehmen fliegen erst um die 20 Prototypen des neuesten Motors um die Ohren, bis sie die Einstellungen finden mit denen die aktuelle Generation stabil läuft. Ein millionenschweres Grab und weit entfernt von bösartiger Kalkül. 


Doch ist damit die geplante Obsoleszenz widerlegt? Mit Sicherheit nutzen Auto- und Handyhersteller ein immer schärferes und eleganteres Design des aktuellen Modells, um Käufer darauf aufmerksam zu machen, dass sie von nun an das „Alte“ haben. Ein psychologisch äußerst effektiver Trick seit den 60ern. iPhonebesitzer erkennen mit nur einem Blick, dass im Laden die neueste Generation erhältlich ist. Doch gerade Apple bedient sich eines weiteren Tricks. 2017 teilte der Konzern mit, dass neue Updates die Rechenleistung älterer Geräte verringern. Dies soll zwar an der Hardware liegen, doch seinen wir mal ehrlich: technisch umsetzbar ist das alle Mal.




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