Das Wirtschaftsmodell einer Führungsmacht. Trump, Wirtschaftskriege und die letzten 50 Jahre der USA

Der äußerst unsympathische Präsident Donald Trump sorgt für eine Politik, die wir in der Form von unseren amerikanischen Freunden noch nicht erlebt haben.

Strafzölle werden Feinden, Freunden und Konkurrenten angedroht und mit China könnte sogar ein Wirtschaftskrieg entfesselt werden. Die Leute sind sich einig. Der Mann mit der ungewöhnlich starren Frisur und der orangen Hautfarbe hat sie nicht mehr alle. Doch betreibt eigentlich Donald Trump wirklich eine andere Politik, wenn er von seinem Slogan „America first“ gebrauch macht, und was sind die eigentlichen Gründe für sein Handeln?


Die Vergangenheit des Dollars ist spektakulär. Es ist eine Geschichte über Vertrauen, Verrat, Glück und Leid. Es ist die Geschichte eines Brecheisens der Macht, welches gut versteckt in einem Blumenstrauß von Präsident zu Präsident weitergegeben wurde. Der vermutlich bedeutendste Präsident für den Dollar war kein geringerer als Richard Nixon, der in seiner Amtszeit auch der Namensgeber für den „Nixon-Schock“ war.

Heute vermutlich unvorstellbar war der Dollar einst kein Geldschein, sondern eine Banknote, die auf dem Bretton-Woods-System basierte. Dieses besagte unter anderem, dass jeder Dollar von einer gewissen Menge an Gold gedeckt war. So genoss der Dollar größtes Vertrauen, denn jeder der Dollar besaß, konnte in die nächste amerikanische Bank gehen und seine Banknoten in echtes Gold umtauschen. Das System hatte jedoch keine wirkliche Zukunft, denn eine wachsende Wirtschaft mit wachsenden Geldmengen, hätte entweder den Preis des Dollars oder den Preis von begrenzten Goldmengen beeinflusst. Ein System, in der man die Goldohrringe seiner Oma gegen einen Porsche tauschen konnte, wollte damals keiner.


Und hier kam Präsident Nixon ins Spiel, der dafür entschied, dass 1971 der Dollar und Gold voneinander entkoppelt wurden und sich deshalb wichtigen Fragen stellen musste. Wie bleibt der Dollar nach einem solchen Vertrauensverlust für den Rest der Welt überhaupt noch attraktiv? Es musste sich was finden, was dem Dollar einen Gegenwert und Vertrauen gab. Es musste sich was finden, was jeder braucht. Was braucht denn jede Volkswirtschaft? Erdöl! Der Motor für jede Industrie! Die Geburt des Petrodollars!


Nun musste sich die Nixon-Regierung etwas einfallen lassen, und so wurde bis zum heutigen Tag in Verträgen festgehalten, dass Öl weltweit und ausschließlich nur für Dollar gekauft werden darf. Wer Erdöl haben will, der muss sich erstmal Dollar kaufen und darf danach gerne ein paar Fässer von dem schwarzen Gold mitnehmen. Die Nachfrage des Dollars blieb nach dem Nixon-Schock trotzdem bestehen, und die USA konnte sich am wirtschaftlichen Erfolg der Welt beteiligen und so umsonst Dollar nachdrucken. Ein Privileg. Die USA hatte nur ein Problem. Es gab Regierungen, Firmen und Diktatoren, die die Frechheit hatten, sich an ihren eigenen Ölreserven zu bereichern und damit drohten, Öl für eine andere Währung zu verkaufen!

Ob man es glaubt oder nicht, aber buchstäblich jeder Krieg, der in den vergangenen 50 Jahren von der USA geführt worden ist, hatte den Hintergrund den Dollar in seiner Preisstabilität und in seinem Privileg zu verteidigen. Russland, Iran, Kuwait, Irak, Libyen und nun Venezuela sind alles Länder, die sich von dem Petrodollar lösen wollten oder Investitionen verhinderten, so wie Syrien.


Nun im Jahr 2019 droht Donald Trump wiederholt mit Wirtschaftskrieg, und ich beginne mich zu fragen, ob ein neues Kapitel des Dollars geschrieben wird. Die Welt hat bereits entschieden, dass sie nicht mehr bereit ist, weiterhin Flugzeugträger im Einsatz zu finanzieren und Flüchtlingsursachen abschaffen möchte. Der Beginn einer neuen Geschichte? Die Geburt einer Regionalmacht USA?



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