25.9.2018 Matthias Maurer offiziell zum Astronauten ernannt

\"Ritterschlag\" nach der Grundausbildung - und damit die formale Genehmigung für einen Flug ins All\"



  • Maurer, zweites deutsches Mitglied der ESA-Astronautenklasse 2009, hat seine Grundausbildung abgeschlossen und graduierte am 25. September 2018.
  • Als nächstes steht das missionsspezifische Training zur Vorbereitung auf seinen ersten Raumflug an.
  • Schwerpunkt(e): Raumfahrt, Astronautenausbildung
  • Dr. Matthias Maurer erhielt am 25. September 2018 seine Graduierung als Astronaut, den 'Ritterschlag' nach der Grundausbildung - und damit die formale Genehmigung für einen Flug ins All. Die Zeremonie fand am Europäischen Astronautentrainingszentrum (EAC) auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln statt.

    'Deutschland gehört seit nunmehr 40 Jahren zu den führenden Nationen in der astronautischen Raumfahrt. Mit der Ernennung von Matthias Maurer verfügt Deutschland über einen weiteren Vertreter im europäischen Astronautenteam', freut sich Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. 'Damit ist sichergestellt, dass die erfolgreiche Arbeit von Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, und der anderen zehn Astronauten und Kosmonauten aus unserem Land mit ihren insgesamt 16 Missionen erfolgreich fortgeführt werden wird.'

    Prof. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, übergab Maurer das Zertifikat bei der feierlichen Zeremonie. Neben Pascale Ehrenfreund beglückwünschten der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes, und Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, den deutschen Raumfahrer mit saarländischen Wurzeln. 'Wir fiebern gerade alle mit Ihrem Kollegen Alexander Gerst und seiner horizons-Mission mit. Der Zeitpunkt, Ihre Graduierung in der Öffentlichkeit bekanntzugeben, ist daher gut gewählt. Ich erwarte und wünsche es Ihnen und uns allen, dass Sie ebenfalls bald eine Mission ins All haben werden. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein“, sagte Thomas Jarzombek. Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement und damit im Auftrag der Bundesregierung auch für die deutschen Beiträge zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA zuständig, ergänzt: 'Deutschland ist mit 40 Prozent europäischer Spitzenreiter bei der Nutzung der ISS. Wir können uns gut vorstellen, dass die ISS auch über 2024 hinaus genutzt wird und freuen uns daher besonders, dass Matthias Maurer seine Grundausbildung zum Astronauten erfolgreich abgeschlossen hat.'

    NRW-Ministerpräsident Laschet nutzte im Anschluss die Gelegenheit zu einem ersten Gedankenaustausch mit Prof. Ehrenfreund sowie dem Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie, Prof. Hansjörg Dittus, und Dr. Walther Pelzer vom DLR-Raumfahrtmanagement.

    Nur Allrounder und Multitasker werden Raumfahrer

    Matthias Maurer wurde im Juli 2015 Mitglied des Europäischen Astronautenkorps in Köln. Während der 18-monatigen Grundausbildung musste er, zunächst als Anwärter auf einen Posten als ESA-Astronaut, eine ganze Reihe von Fähigkeiten auf- und ausbauen. Umfassende Kenntnisse in naturwissenschaftlicher Theorie und Praxis, körperliche Fitness und psychische Belastbarkeit waren bereits Basisanforderungen. In der Ausbildung eignete sich der angehende Astronaut unter anderem die technischen Funktionsweisen der Internationalen Raumstation ISS sowie medizinische Kenntnisse an, übte Außenbordeinsätze in einer Unterwasser-Simulation und lernte die russische und chinesische Sprache. Von sozialer Kompetenz bis hin zu multi-fachlicher Expertise: Nur absolute Allrounder sind geeignet, unter Weltraumbedingungen die wichtigen Erkenntnisse für den technischen Fortschritt in Wissenschaft und Gesellschaft zu gewinnen.

    Mit der Graduierung ist Maurers Grundausbildung offiziell abgeschlossen. Nun kann die Reise des '@Explornaut', wie er sich auf Twitter nennt, richtig losgehen - auf eine Raumstation oder auch zum Mond.

    Andreas Schütz
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)





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