Italienische Regierung will Venedig helfen

Viele Einwohner Venedigs machten Korruption für die Katastrophe verantwortlich. Das bereits seit 2003 in Bau befindliche Sturmflutsperrwerk Mose, in das schon sechs bis sieben Milliarden Euro investiert wurden, ist noch immer nicht funktionstüchtig

Angesichts der massiven Schäden durch das verheerende Hochwasser in der weltberühmten Lagunenstadt Venedig hat die Regierung in Rom Hilfe angekündigt. "Die Katastrophe, die Venedig getroffen hat, ist ein Stich in das Herz unseres Landes", sagte Regierungschef Giuseppe Conte bei einem Besuch vor Ort. Sein Kabinett sei bereit, Hilfsgelder freizugeben. Die Regierung will am Donnerstagnachmittag den Notstand für Venedig ausrufen, um schneller Mittel bereitstellen zu können.

Weite Teile Venedigs leiden derzeit unter dem schwersten Hochwasser seit mehr als 50 Jahren. Durch die Wassermassen wurden viele Anlegestellen für die berühmten Touristen-Gondeln weggerissen. Ein 78-Jähriger wurde durch einen Stromschlag getötet, als Wasser in sein Haus eindrang. Die Schulen in Venedig sollten auch am Donnerstag geschlossen bleiben.

Bürgermeister Luigi Brugnaro hatte die Schäden am Mittwoch auf mehrere hundert Millionen Euro beziffert. "Wir bitten die Regierung, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein", schrieb Brugnaro im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er machte den Klimawandel für die Überschwemmungen verantwortlich. 

Ähnlich äußerte sich auch Umweltminister Sergio Costa. "Die Erderwärmung wird unseren Planeten zerstören, wenn wir nicht sofort gegensteuern", schrieb er auf Facebook. 

Viele Einwohner Venedigs machten dagegen Korruption für die Katastrophe verantwortlich. Das bereits seit 2003 in Bau befindliche Sturmflutsperrwerk Mose, in das schon sechs bis sieben Milliarden Euro investiert wurden, ist noch immer nicht funktionstüchtig.

ut/isd


© Agence France-Presse


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