Starke Überschwemmungen in Australien

Wegen heftiger Überschwemmungen sind im Osten Australiens mehrere Gebiete evakuiert worden.

Mehrere hundert Menschen seien bereits in Notunterkünfte nördlich von Sydney gebracht worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Die Behörden warnten die Bevölkerung wegen starker Niederschläge vor "potenziell lebensbedrohlichen Sturzfluten" in tiefergelegenen Gebieten. Premierminister Scott Morrison sprach von "absolut herzzerreißenden Bildern" überfluteter Häuser und Gemeinden. 

Die Meteorologiebehörde meldete Überschwemmungen, die das Rekordhochwasser von 2013 übertrafen. Bei Port Macquarie nördlich von Sydney wurden demnach seit Freitagmorgen bereits Rekordregenmengen von mehr als 400 Millimetern verzeichnet. 

Die Hochwasser- und Extremwetterwarnungen galten für weite Teil der Ostküste, von Port Macquarie bis in Regionen 500 Kilometer südlich von Sydney. Die Rettungsdienste meldeten mehr als 3000 Hilferufe und rückten seit Freitagabend zu etwa 300 Rettungsaktionen aus. Morrison bot an, zur Verstärkung der Einsatzkräfte Soldaten in die Region zu entsenden. 

Der Warragamba-Damm, der einen Großteil der Bevölkerung in Sydney mit Trinkwasser versorgt, begann am Samstagnachmittag (Ortszeit) überzulaufen. Experten sprachen von der ersten Überflutung des Reservoirs seit 1990. "Das ist Neuland für uns", sagte der Wasserexperte Ian Wright von der Western Sydney University. Wegen der starken Bebauung des Großraums Sydney seit 1990 könne die Überflutung des Warragamba-Damms nicht mehr von seiner natürlichen Umgebung aufgefangen werden.

Durch die urbane Entwicklung weise die Region eine harte, undurchlässige Oberfläche auf, erklärte Wright. Bei Starkregen könne es deswegen sehr schnell zu starken Überschwemmungen kommen. 

Laut einem Bericht des Senders ABC dürfte sich wegen der Überschwemmungen die erste große Phase der Corona-Impfkampagne im Großraum Sydney weiter verzögern. In Australien sollen die Impfungen gegen das Coronavirus eigentlich am Montag beginnen, nachdem es bei der Lieferung der Vakzine Probleme gegeben hatte. 

isd/jes


© Agence France-Presse



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