Nur 53 Prozent der Beschäftigten bekommen Weihnachtsgeld

Signifikante Unterschiede gibt es auch zwischen Westdeutschland (56 Prozent) und Ostdeutschland (41 Prozent) sowie zwischen Männern (55 Prozent) und Frauen (50 Prozent)

Nur gut die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland kann sich über Weihnachtsgeld freuen. Wie die Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch in einer Auswertung mitteilte, bekommen 53 Prozent der Arbeitnehmer diese Jahressonderzahlung - mit deutlichen Unterschieden je nach Region und Branche. An einer entsprechenden Online-Befragung, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung betreut, beteiligten sich zwischen Anfang 2018 und Oktober 2019 mehr als 139.000 Beschäftigte.

Demnach sind die Chancen auf Weihnachtsgeld am höchsten, wenn das Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist: Hier bekommen 76 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, 42 Prozent sind es in Firmen ohne Tarifvertrag. Signifikante Unterschiede gibt es auch zwischen Westdeutschland (56 Prozent) und Ostdeutschland (41 Prozent) sowie zwischen Männern (55 Prozent) und Frauen (50 Prozent). Auch wer Vollzeit arbeitet, profitiert häufiger (54 Prozent) als Teilzeitbeschäftigte (47 Prozent).

Das Weihnachtsgeld gibt es überwiegend als festen Prozentsatz des Monatseinkommens. Eine vergleichsweise hohe Zahlung gibt es der Auswertung zufolge mit 95 bis 100 Prozent unter anderem im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der chemischen Industrie und in der Druckindustrie. In der Versicherungsbranche sind es laut Böckler-Stiftung 80 Prozent. Große Schwankungen gibt es je nach Vergütungsgruppe und Wohnort im öffentlichen Dienst.

Die Experten des WSI zeigten sich vor diesem Hintergrund besorgt über den Rückgang der Tarifbindung. Zuletzt arbeiteten demnach nur noch 56 Prozent der westdeutschen und 45 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten in einem Betrieb mit Tarifvertrag.

hcy/jm

© Agence France-Presse

Foto: dpa/picture-alliance



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