Merkel spricht sich für mehr europäisches Engagement in der Nato aus

Merkel verwies auf die ständige strukturierte Zusammenarbeit in der europäischen Sicherheitspolitik (Pesco). Künftig würden auf europäischer Ebene auch gemeinsam Waffensysteme entwickelt, kündigte Merkel an

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für mehr europäisches Engagement in der Nato ausgesprochen. Die europäischen Mitglieder der Nato müssten "in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen", sagte Merkel in ihrem am Sonntag veröffentlichten wöchentlichen Podcast. Auch die Bundeswehr sei weiterhin gefragt - nicht nur in Konfliktregionen. Dafür brauche sie die "entsprechenden finanziellen Ressourcen". 

Merkel verwies auf die ständige strukturierte Zusammenarbeit in der europäischen Sicherheitspolitik (Pesco). Künftig würden auf europäischer Ebene auch gemeinsam Waffensysteme entwickelt, kündigte Merkel an. Dazu gehöre das Projekt eines Kampfflugzeugs sowie die Entwicklung eines Kampfpanzers. "Deutschland und Frankreich sind hier an der Spitze der Entwicklung", betonte Merkel.

Zuletzt hatten Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Nato in Deutschland für heftigen Widerspruch gesorgt. In einem Interview mit der britischen Zeitschrift "The Economist" hatte Macron das Transatlantik-Bündnis als "hirntot" bezeichnet. Merkel wies die Kritik zurück und bezeichnete die Nato als "unabdingbar für uns". Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) schloss sich am Sonntag der Kritik an. "Es wäre ein Fehler, wenn wir die Nato unterminieren würden", sagte Maas.

Macron wurde am Sonntag in Berlin erwartet. Nach einem Empfang durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue stand ein Abendessen mit Merkel auf dem Propgramm.

In ihrem Podcast hob Merkel auch die Bedeutung der Bundeswehr hervor. Durch den Ukraine-Konflikt und die Krim-Annexion seien die Landes- ebenso wie die Bündnisverteidigung stärker in den Fokus gerückt. "Damit beide Aufgaben gut erfüllt werden können, braucht die Bundeswehr auch die entsprechenden finanziellen Ressourcen" und "die nötigen finanziellen Spielräume", sagte die Kanzlerin. 

isd/jes

© Agence France-Presse




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