Serien-Lesung: 80 Tage voraus – 80 Jahre zurück.

Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers: Auslandsgesellschaft informiert kurzfristig über Online-Termine, da Präsenzverantsaltungen nicht stattfinden können.

Serien-Lesung (3.2.-23.4.2021, täglich um 11 Uhr)

80 Tage voraus – 80 Jahre zurück
Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers.

Ein Projekt von Melange e.V.
In Kooperation mit der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCuk9FkTLjytQb17ihNLYAKQ

Der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=o_uBfCBAAA8&feature=youtu.be

In 80 Tagen – zurück in eine andere Welt. In eine Welt, die Corona nicht kannte, dafür aber mitten in einem großen Krieg steckte, der alles, was bis dato an Gewalt und Zerstörung als möglich erschien, in den Schatten stellte. Während die ‚Herrenmenschen‘ den ‚Endsieg‘ vor Augen hatten, erlebten andere diese Zeit als den Anfang vom Ende.

Stefan Zweig, Pazifist, Weltbürger und Humanist, verzweifelte am Niedergang. In seinen „Erinnerungen eines Europäers“, 1941, kurz vor seinem Selbstmord, im brasilianischen Exil fertiggestellt, zeichnet er das Bild einer untergehenden Epoche. Sein Buch ist Geschichtsschreibung und Autobiographie zugleich, ein bisschen Nostalgie natürlich auch, vor allem jedoch eine Mahnung an kommende Generationen.

Mit unserer Lesung wollen wir an Stefan Zweig erinnern und an sein letztes großes Werk – ausgerechnet jetzt. Denn dieses Buch der Zeitenwende zeigt, wie zerbrechlich unsere Werte sind, wie schnell aus der „Welt der Sicherheit“ ein Risikogebiet werden kann. Parallelen zwischen der „Welt von gestern“ und unserer eigenen Existenz muss man nicht einzeln benennen, sie erschließen sich beim Lesen und Zuhören. Dazu wollen wir ab dem 3. Februar 80 Tage lang einladen – mit 80 etwa 10-15-minütigen Folgen dieser Serie.

Es lesen: Achim Brock, Martin Bross, Michael Dreesen, Thomas Eicher, Matthias Fuhrmeister, Klaus Grabenhorst, Dietmar Grieser, Tirzah Haase, Stefan Keim, Caroline Keufen, Kriszti Kiss, Susanne Köhnen, Ralph Köhnen, Sabine Paas, Heide Reinhold, Simone Röbern, Christoph Rösner, Peter Schütze, Claudia Steinbach, Leslie Sternenfeld, Helmut Thiele, Dieter Treeck, Markus Veith.

Abschlusstermin unserer Serien-Lesung ist der 23. April, der Welttag des Buches. Ob hierzulande in 80 Tagen das bühnenlose Dasein der darstellenden Künste ein Ende finden wird? Wir wissen es nicht. Trotzdem blicken wir voller Optimismus auf die wärmere Jahreszeit, die uns früher oder später auch wieder Präsenzveranstaltungen bescheren wird.

Finanziell ermöglicht wird das Projekt durch die Corona-Dezemberhilfe des Bundes und Fördermittel des Kulturbüros der Stadt Dortmund.


Anstehende Termine:

Fr 19.02.21, 19:00 Uhr

Ein Irgendwo von dazumal. Mascha Kaléko

Lesung: Kriszti Kiss

  Die deutsch-jüdische Schriftstellerin Mascha Kaléko ist eine überaus vielschichtige Autorin, in deren Texten sich ein traumatisches Stück Zeitgeschichte spiegelt, das sie vor allem in Gedichten und Liedern, aber auch in Prosatexten verarbeitet hat. 1907 in Galizien geboren, fand sie nach Schul- und Studienjahren in Berlin Anschluss an die literarische Bohème vor allem des Romanischen Cafés. Sie veröffentlichte regelmäßig „„Gebrauchslyrik““ in der „„Vossischen Zeitung““ und hatte Kontakt mit namhaften Autoren des Berliner Kabaretts, aber auch mit Albert Einstein, Thomas Mann, Erich Kästner und Alfred Polgar, die die Verse der jungen Großstadtdichterin schätzten. Mascha Kaléko emigrierte 1938 in die USA und ging schließlich nach Israel. Sie starb 1975 in Zürich.

Die aus alltäglichen Erfahrungen geschöpften Texte dieser außergewöhnlichen Frau sind voller verspieltem Humor, Lebensfreude und Optimismus, aber auch durchdrungen von Sarkasmus und Bitterkeit. Sie spiegeln in ihren wechselnden Stimmungen auch die politischen Bedingungen, unter denen sie entstanden.

Kriszti Kiss berührt in diesem Programm in ihrer Textauswahl viele literarische Facetten einer Autorin, die es zu entdecken lohnt.

Kriszti Kiss erhielt ihr Schauspiel-Diplom an der renommierten Staatlichen Hochschule für Schauspielkünste in Budapest, ihrer Heimatstadt. Sie lebt seit mehr als dreißig Jahren in Dortmund und arbeitet seither als Schauspielerin an vielen namhaften Bühnen, in freien Produktionen sowie als Kabarettistin und Chansonsängerin.

   

So 21.02.21, 11:00 Uhr

Liebesleid und Liebesfreud.

Salonkonzert: Martin Brödemann (Klavier) und Clemens Ratajczak (Violine)

In der Reihe „Sonntagskonzerte in der Auslandsgesellschaft.de“
In Kooperation mit Melange

 

Salonmusik in Bestform präsentieren Clemens Ratajczak und Martin Brödemann als seit Jahren eingespieltes Duo. Den beiden Musikern, die professionell im klassischen Bereich ausgebildet und tätig sind, merkt man das Vergnügen beim Überschreiten der stilistischen Grenzen und am Zusammenspiel an. Dabei speist sich das Repertoire aus Tangos ebenso wie feuriger Zigeunergeige, Swing genauso wie Chanson-Klassiker. Die populäre Geigenmusik eines Fritz Kreisler wirkt hier nicht verstaubt, sondern besticht allenfalls durch eine charmante Patina. Einige Eigenkompositionen runden das Programm ab und geben eine individuelle Note.

Ratajczak und Brödemann verbinden dabei fachliche Kenntnisse mit Improvisationsfreude und Leichtigkeit der Genres in spielerischer Weise. Lassen Sie sich verführen zu einem besonderen musikalischen Genuss, der hochvirtuose Momente bietet, um danach wieder in träumerischen Melodien zu schwelgen, der alte Klassiker zu neuen Höhenflügen führt, aber ebenso bisher Ungehörtes darbietet.

Clemens Ratajczak (Violine) ist als Orchester- und Kammermusiker sowie als Solist tätig. Seit 2008 ist er bei den Essener Philharmonikern verpflichtet.

Martin Brödemann (Piano) ist u.a. als Organist und als Hochschuldozent für Klavier tätig. Als Komponist, Arrangeur und Begleiter gestaltete er zahlreiche Konzerte mit.


Auslandsgesellschaft.de e.V., Melange e.V. vom 15.02.2021



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