Kolumbien legalisiert Status von Geflüchteten

Die kolumbianische Regierung will den Status von fast einer Million Geflüchteter aus Venezuela legalisieren. Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer sollen sie ein temporäres Aufenthaltsrecht für zehn Jahre erhalten.

"Das ist ein gewaltiger Schritt, den wir sehr begrüßen! Für die Betroffenen ändert sich alles: Sie bekommen Zugang zum staatlichen Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsfürsorge und sollen ganz aktuell auch in die Impfstrategie gegen Corona mit einbezogen werden", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der Hilfsorganisation. Die Betroffenen sollen außerdem die Möglichkeit bekommen, ein unbefristetes Bleiberecht zu beantragen. Auch für Geflüchtete, die bereits einen legalen Status hätten, fiele die Notwendigkeit weg, diesen verlängern zu müssen.

Seit 2015 sind insgesamt 5.4 Millionen Menschen vor wirtschaftlicher Not und Elend in Venezuela geflohen, allein 1.8 Millionen nach Kolumbien. Aufgrund der Corona-Pandemie haben die meisten ihre Arbeit verloren und sind in größte Not geraten.

Die aktuelle Erklärung des kolumbianischen Präsidenten Iván Duque kam nur Tage, nachdem er betont hatte, Geflüchtete ohne legalen Status nicht impfen lassen zu wollen. Die SOS-Kinderdörfer und andere Hilfsorganisationen hatten daran massive Kritik geübt.

Breyer sagt: "Weltweit werden Millionen Geflüchtete gezwungen, in der Illegalität und unter prekären Verhältnissen zu leben. In Kolumbien sehen wir nun, dass es auch anders gehen kann und Menschlichkeit und Solidarität siegen! Ich hoffe sehr, dass sich viele Staaten diesem Beispiel anschließen."

SOS-Kinderdörfer weltweit

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit



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