Corona als Disziplin bei Olympia?

Der Pharmakologe Fritz Sörgel glaubt nicht an eine reibungslose Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August).

"Ich gehe davon aus, dass vielleicht die Hälfte der Wettkämpfe ordentlich zu Ende geführt werden kann. Es ist nicht nur ein sportlicher Wettbewerb, es ist einer der Disziplin in der Pandemie", sagte der Sportmediziner im Sportbuzzer-Interview.

Normalerweise seien bei Olympischen Spielen "elftausend Sportler in ganz besonderer Stimmung vor Ort, genau das will man doch bei den Spielen", führte Sörgel aus: "Wie man da die Abstandsregeln einhalten soll, ist mir schleierhaft."

Die Entscheidung über die Durchführung der um ein Jahr verschobenen Spiele müsse wie 2020 "um den 20. März herum fallen". Sörgel verwies auf die Erfahrungen bei der Handball-WM in Ägypten als "interessantes Experiment" mit Blick auf Olympia: "Dort müssen ganze Mannschaften abreisen. Ob das der Akzeptanz der Olympischen Spiele zuträglich ist, ist eine andere Frage."

Vieles hänge auch von der Impfbereitschaft der Athleten ab. "Nur gilt auch dort: Wir wissen nicht, ob der Impfstoff die Infektion eines anderen verhindert", erklärte der 70-Jährige, der in dieser Hinsicht ein "großes Durcheinander" erwartet.


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