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Zeit für den Sapiens im Homo

Genug rumgemeckert. 2021 wird alles neu. Der Expressionismus erwartet offene Türen. Jetzt geht´s LOS, aber kommen Sie nicht im Traum auf die Idee, dass Ihnen einer 4000 Mark schenkt.

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Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihnen steht, aber mein 2021 will irgendwie nicht so richtig in den Knick kommen. Das Lernen ist trotz aller Vorsätze und Klugscheißereien von gestern, immer noch anstrengend und die Finanzen auch wie immer, eine Katastrophe. Ja selbst die guten Vorsätze und selbst die, die man auf den ersten Sonntag danach verschoben hat, konnten nicht eingehalten werden. Welche Demütigung für das Selbstbewusstsein, gleich zu Beginn des Jahres.

Aber 2021 wird großartig, basta. In diesem Jahr soll nicht mehr geheult werden. 2020 war ein einziger Heulkrampf und scheinbar nicht nur für mich, also bitte liebes Schicksal, es müssen ja nicht immer sechs Millionen sein, aber so vier Richtige auf dem Lottoschein des Lebens würden uns alle gut zu Gesicht stehen.

In den kommenden elfeinhalb Monaten soll endlich mal wieder was passieren. Große Umwälzungen und Entscheidungen. Und damit meine ich nicht nur die Bundestagswahl im Herbst oder die Vereidigung von Biden am 20. Januar, sondern im daily life. Der Knoten muss platzen. Wir haben es uns alle verdient, dass sich mal wieder die Lungen mit Lust füllen und der ganze Frust in die Vergangenheit abgeschoben wird.

2020 war scheiße obwohl es gut klang, das gibt 2021 die Chance, groß zu werden, weil keine großen Erwartungen daran geknüpft werden, allein schon weil es schon so lame ausschaut.

2021 ist der Jonathan der Klasse der Jahreszahlen. Keiner kommt an ihn ran, weil er so schlaksig mit Nickelbrille und leicht verschüchtert daherkommt, aber Jonathan alias 2021 macht sein Ding und brilliert am Ende. So soll es sein.

Vielleicht kommen all die Wissenschaftler in 2021 auch endlich einmal auf die Idee, den Zustand der Überforderung, statt blindem Aktionismus geschuldeten Schrottschüsse auf Spatzen. Wir müssen nicht wesentlich mehr über das Virus, sondern über unser Krisenmanagement nachdenken. Was lief falsch, woran sind wir gescheitert, was muss besser werden? All das soll 2021 endlich angegangen werden. Gut, ein bisschen knutschen wäre auch nicht schlecht, aber man will ja nicht dreist wirken.

Wenn dieses Jahr ein solcher Rohrkrepierer wie das letzte wird, dann brauchen wir den Arsch gar nicht erst bewegen und genau deshalb müssen wir ihn bewegen. Zögern gilt nicht. Dummheit und Faulheit schützt vor Strafe nicht. Das Glück ist mit den Tüchtigen. Man, so viele Phrasen habe ich schon lange nicht mehr in einem Text verwurstet, aber dann ist auch das vielleicht endlich Geschichte.

Wer weiterhin das Schicksal in die Hände anderer legt und sich sagt „die machen das schon“, der darf sich nicht wundern, wenn die Karawane weiterzieht und ihn vergisst. Dann ist es zu spät zum Heulen, denn der Beduinenzug ist abgefahren, da kann man dann nichts mehr ändern, der nächste kommt erst frühestens in vier Monden oder so und bis dahin ist man verdurstet.

Und weil heute Montag und Januar ist, haben wir in Münster natürlich auch ein beschissenes Wetter für den Restart life. Beste Voraussetzungen für: alles neu, denn zumindest das Wetter dürfte uns nicht überraschen, im Gegensatz zur Bahn im Sommer und zu Weihnachten oder der Bundesregierung bei der Coronabekämpfung.

Ich jedenfalls werde mich jetzt wieder an die Grammatik machen, mir die langweiligsten Vorlesungen der Welt im Netz reinziehen, wütend die Wände anschreien, wenn mir der Filmseminarfutzi auf den Sack geht und gnädig sein, wenn meine Leibesfrucht lieber was anderes macht, als sich mit ihrem alten Herrn zu treffen. 2021 wird akzeptiert und abgehakt. Erlaubt ist, was moralisch vertretbar ist und verboten nur das, was man nicht macht, und töten natürlich.

Sie sehen, die Kalauer kommen, der Inhalt weicht, ich muss los.

 

Bis morgen,

 

Text : adolf.muenstermann@gmail.com

Bild: Pixabay