„Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, zu helfen!“

UKM: Seit dieser Woche klären 32 ehrenamtliche Mediziner in Einzelgesprächen über die Schutzimpfung auf und stellen mit ihrem Einsatz sicher, dass die erste Impfung erfolgen kann, sobald der Impfstoff angeliefert wird.

Der Impfstoff gegen SARS-Cov-2 ist noch nicht in den Kliniken in Münster angekommen, aber am UKM laufen die Vorbereitungen für 11.700 Mitarbeiter auf Hochtouren.

Das Engagement der ehrenamtlichen Helfer ist dabei immens; jeder einzelne hat sich vorbereitet und eingelesen, wertvolle Informationen wurden zu-sammengetragen. Durchweg hört man in Gesprächen mit ihnen das, was Prof. Dr. Volker Arolt, bis 2019 Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psy-chotherapie am UKM, als seinen Beweggrund für das Mitwirken nennt: „Dass ich in einer Zeit einspringe, in der es gilt, die am UKM arbeitenden Menschen möglichst rasch vor COVID-19 zu schützen, ist für mich wie für viele meiner Kolleginnen und Kollegen eine Selbstverständlichkeit.“ Er selbst war gleich in der ersten Schicht als aufklärender Arzt im Einsatz, zahlreiche weitere werden folgen.

All das geschieht, damit dieser deutlich zeitaufwendigere Teil des Impfvorgehens abgeschlossen ist, wenn der Impfstoff endlich vom Land geliefert wird. „Für uns gilt es, keine Zeit zu verlieren, denn der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität“, sagt der Ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. Hugo Van Aken. Er ist umso dankbarer, dass sich ehemalige Weggefährten in den Dienst des UKM stellen und im Zwei-Schicht-System täglich zwischen 9 und 18 Uhr für Fragen rund um die Impfung zur Verfügung stehen – und das völlig unentgeltlich. „Dieser Einsatz ist außerordentlich“, würdigt Van Aken die Bereitschaft der aufklärenden Ärztinnen und Ärzte, deren Schutz besondere Priorität hat. Bewusst habe man sich für die großen Räumlichkeiten im PAN-Zentrum entschieden, die zusätzlich mit Luftfiltergeräten ausgestattet wurden. „Außerdem wird die Gesprächssituation so eingerichtet, dass es nicht nur ausreichend Abstand, sondern durch Plexiglasscheiben noch einmal zusätzliche Sicherheit gibt“, erklärt Dr. Peter Czeschinski, leitender Arzt des Arbeitsmedizinischen und Sicherheitstechnischen Dienstes am UKM.

Wann genau die erste Impfung am UKM erfolgt, ist noch offen. Zu Beginn der Woche wurde von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann der 18. Januar für den Start der Corona-Schutzimpfungen in den Kliniken genannt. „Wir warten täglich auf entsprechende Nachricht“, sagt Van Aken. „Sicher ist aber, dass wir durch die jetzt stattfindenden Aufklärungsgespräche sofort nach Eintreffen der ersten Lieferung mit dem Impfen beginnen können.“

Darum machen wir mit: Drei Gesichter, drei Statements

Prof. Dr. Volker Arolt, bis 2019 Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKM:
„Ich war nicht nur über 20 Jahre als Klinikdirektor am UKM tätig, sondern ich habe das Klinikum auch als Patient in Anspruch genommen. Dabei ist mir eine fachlich hervorragende, menschlich zugewandte und von großem Engagement getragene Behandlung zuteilgeworden. Dass ich in einer Zeit ein-springe, in der es gilt, die am UKM arbeitenden Menschen möglichst rasch vor COVID-19 zu schützen, ist für mich wie für viele meiner Kolleginnen und Kollegen eine Selbstverständlichkeit.“

Prof. Dr. Gerhard Kurlemann, Experte für Epilepsie und bis 2018 Leiter der Neuropädiatrie am UKM:
„Als Kinderarzt und Neuropädiater weiß ich, wie wichtig Impfen ist. Ich erinnere an den Schutz vor Kinderkrankheiten durch die Impfungen; und beson-ders an die Pockenimpfung. Nur durch konsequentes Impfen konnten die tödlichen Pocken ausgerottet werden. Als ehemaliger Mitarbeiter des UKM ist es mir ein großes Anliegen, alle, die in der ersten Reihe am UKM gegen Corona kämpfen, durch die Impfung gegen das Virus zu stärken und es letztendlich hoffentlich zu besiegen – auszurotten wie die Pocken!“

Dr. Anna Schober, bis vor Kurzem Mitarbeiterin am Institut für Anatomie der Medizinischen Fakultät Münster und stellvertretende Vorsitzende der schoberstiftung:
„Es gibt ein Licht am Ende des Corona-Tunnels: die Impfung. Hier wird „Geschichte“ geschrieben. Es ist mir eine Ehre, als ehrenamtlich tätige aufklärende Ärztin für das UKM tätig sein zu dürfen. Gern helfe ich bei der Mammutaufgabe mit, baldmöglichst alle Impfwilligen am UKM vor COVID-19 zu schützen.“

Quelle: ukm/maz

Foto: UKM. Durch eine Mitarbeiterin des Arbeitsmedizinischen und Sicherheits-technischen Dienstes und den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Hugo Van Aken (2.v.l.) erfolgte am Montag die letzte Einweisung für die 32 ehrenamtlichen Medizinerinnen und Mediziner, die am UKM die Aufklärungsgespräche für die Schutzimpfung gegen COVID-19 übernehmen.

 


Webauftritt von stadt40

Teile jetzt diesen Artikel