Rassismus-Eklat in Norwegen

Der ivorische Fußballprofi Daouda Bamba vom Erstligisten Brann Bergen hat nach einem Elfmeter-Fehlschuss Hass-Botschaften erhalten.

Der 25-Jährige wurde auf Instagram und via SMS massiv rassistisch beleidigt, vereinzelt wurde ihm der Tod gewünscht. Er sei ein "dummer N...." oder "verdammter Sklave", bekam Bamba zu lesen, er möge "doch an Corona sterben".

Bamba berichtete in der Zeitung Bergensavisen von insgesamt 55 Nachrichten auf seinem Handy. "Ich habe die ersten geöffnet - und sie sind grausam. Das ist traurig, sehr traurig", sagte er. Das Schlimmste: Es war ein Wiederholungsfall. "Das passiert die ganze Zeit. Aber jetzt ist es genug!", sagte Bamba.

Brann will den Vorfall anzeigen. "Das ist völlig inakzeptabel", sagte Sportchef Rune Soltvedt im norwegischen Rundfunk NRK: "Dass jemand so etwas einem anderen Menschen antut, noch dazu Bamba, der ein so großes Herz hat und so nett zu allen ist - schlimmer wird's nicht."

Bamba hatte im Erstligaduell bei Start Kristiansand (1:1) kurz vor Schluss einen Strafstoß vergeben. Das Unentschieden reichte Bergen jedoch, um vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern.

Der Vorfall ist nicht der erste im norwegischen Fußball in dieser Saison - trotz der Anti-Rassismus-Kampagne "#STOPP". Im Oktober wurde Stürmer Amahl Pellegrino (Kristiansund) von einem gegnerischen Fan beleidigt, zwei Wochen später traf es Ousmane Camara (Valerenga), den ein Ordner in Sandefjord anging. Wiederum eine Woche später wurde auch Sandefjords Profi Brice Wembangomo beleidigt.

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