Verbrannte Erde

Donald Trump hat die Übergabe der Amtsgeschäfte an "President elect: Joseph Biden" eingeleitet. Und dennoch alle: ohhhhh no!

Schon viele Machthaber kannten das Mittel der verbrannten Erde. Beispielsweise Hitler, als er auf dem Weg nach Russland hinter sich alle Dörfer abgefackelte, sodass die Nahrungszufuhr für seine Verfolger abgeschnitten wurde. Der Deutsche hatte dabei negiert, dass auch seine Mannen durch diesen Schritt von jeglicher Nahrung während des kalten Winters in russischen Gefilden abgeschnitten wird, Donald Trump vergisst dabei die eigene Nation.

Die gute Nachricht ist, dass der Mann mit der blonden Locke endlich die Übergangsphase für Joe Biden einleitet, auch wenn er sich noch nicht geschlagen gibt; die schlechte ist, dass Trump im Eiltempo noch schnell so viel wie möglich destabilisiert und für lange Zeit unumkehrbar macht.

Fracking Lizenzen werden noch ausgegeben,offiziell als "unqualifiziert" titulierte Bundesrichter werden mit süßen 33 Jahren auf Lebenszeit in Ämter gehievt, Corona Hilfen für über 500 Millionen Dollar zurückgeführt und eingefroren, und Trump ist seit 1889 der erste Präsident, der noch in der Übergangsphase seiner Amtszeit fünf Todesurteile vollstrecken läßt, u.a. eines am Geburtstag des afro amerikanischen Aktivisten Martin-Luther King.

Dieser Mann will  Rache für seine Niederlage und hat nicht vor, sich in nächster Zeit von der politischen Bühne zu verabschieden. Gewiss, die hundert führenden Republikaner und weitere beinahe unzählige Wirtschaftsfunktionäre konnten den "Noch commander in chief" zum Rückzug, aber nicht zur Aufgabe bewegen, wie wir immer wieder eindrucksvoll in den peinlichen Reden seines Anwalts und ehemaligen New-Yorker Bürgermeisters Guilliani sehen können. Aber lassen wir uns nicht täuschen: die meisten Klagen wurden bisher abgewiesen, aber das Feuer schwelt noch. Unter der Oberfläche des friedlichen Übergangs formiert sich bereits das Team 2024 und es würde mich nicht wundern, wenn das nächste Staatsoberhaupt der USA ganz sicher eine Frau wird, nämlich Harris, oder Trump, Ivanca Trump.

Sie verkörpert all das, wonach sich die Republikaner und verängstigten Amerikaner sehnen: elegant, kultiviert und auf internationalem Parkett, dank ihres Vaters, gut etabliert und mit dann 43 Jahren genau im richtigen Alter um Amerika als "moderne Nation" international auftreten zu lassen.

Joe Biden, dessen Schattenkabinett zwar bunt ambitioniert daherkommt, so soll der Finanzminister von der ehemaligen FED Chefin geführt werden und selbst  das oberste Geheimdienst- Büro soll in weibliche Hände fallen, aber ohne den Senat geht nichts. Und wenn dort im Januar nicht die letzten beiden Stichwahlen zugunsten der Demokraten ausfallen, sind die meisten Ambitionen von sleepy Joe wohl auf Sand gebaut. Man kann nur hoffen, dass seine guten Kontakte ihm zumindest bei einigen Schlüsselpositionen nicht im Weg stehen, immerhin versucht Biden auch, als Zeichen des Friedens quasi, republikanische Amtsträger in seinem Kabinett zu installieren.

Aber Joe Biden ist nicht zu beneiden. Seine Aufgaben sind vielfältig und die Steine auf seinem Weg keine flachen Findlinge, die über die wasseroberfläche springen, wenn sie nur den richtigen Drall haben, sondern eher 100- Tonnen- Brocken, wie man sie vor Kurzem im Emsland fand.

Es bleibt spannend, aber bleiben wir optimistisch, zumindest die Amtsübergabe ist eingeleitet und selbst das war vor wenigen Tagen noch mehr als fraglich.

Amerikaner sind für ihre Hoffnung bekannt, sie glauben immer an Chancen statt, wie wir Deutschen oft, an das "worst case Szenario". Versuchen wir doch mal, diese Tugend zu teilen und das Beste zu hoffen, denn "wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende".


Text:adolf.muenstermann@gmail.com


Bild: Pixabay





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