Bismarckallee ist jetzt „Fahrradstraße 2.0“

Umbau abgeschlossen / Hoher Fahrkomfort für Radfahrende durch bundesweit einzigartige Qualitätsstandards


Münster (SMS) Die Bismarckallee ist die erste Fahrradstraße, die im Sommer nach den in 2019 beschlossenen Qualitätsstandards umgestaltet wurde. Eine Maßnahme, mit der Münster neue Wege im Bereich der zukunftsweisenden Mobilität geht. Mit Fertigstellung der Fahrrad-Stellplätze an der Aasee-Mensa ist die Baumaßnahme an der Bismarckallee nun komplett abgeschlossen. Vertreter der Stadt und des ADFC haben sich über das Ergebnis ausgetauscht. 

"Wir begrüßen, dass die Qualitätsstandards für Fahrradstraßen von der Stadt Münster umgesetzt werden, insbesondere was die Breite der Fahrbahnen anbelangt", so Thorsten Knölke, Sprecher der Fachgruppe Radverkehr des ADFC Münsterland. "Die rote Farbe unterstreicht, wer auf Fahrradstraßen Vorrang genießt. Die Bismarckallee lädt zum Radfahren ein und auch an Fahrradparkplätze wurde gedacht".

Ziel der "Fahrradstraßen 2.0" ist es, einen sicheren, schnellen und komfortablen Radverkehr zu ermöglichen. Zum Konzept gehören nicht nur die Roteinfärbung der Fahrbahn, sondern auch eine ausreichende Fahrbahnbreite. So werden Begegnungs- und Überholverkehre vereinfacht und die Sicherheit für Radfahrende erhöht. In den meisten Fällen müssen dafür Pkw-Stellplätze entfallen. "Wir reduzieren nicht Stellplätze, um die Autofahrenden zu benachteiligen, sondern um die Sicherheit und den Komfort der Radfahrenden zu erhöhen. Die Bismarckallee ist ein wichtiger Meilenstein in der Radverkehrsförderung Münsters", unterstreicht Stadtbaurat Robin Denstorff die Bedeutung dieser Maßnahme. 

Niederlande als Vorbild

In den Niederlanden ist diese Gestaltung von Fahrradstraßen bereits gängige Praxis. Münster nimmt in der Gestaltung von Fahrradstraßen und der damit einhergehenden Umverteilung von Verkehrsfläche aktuell deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein. "Herkömmliche Fahrradstraßen sind meist nicht von sonstigen Erschließungsstraßen zu unterscheiden. In der Bismarckallee kann man jetzt aber auch sehen, dass hier Autos nur zu Gast sind", freut sich Phillip Oeinck, Mitarbeiter im Fahrradbüro der Stadt Münster. Im gesamten Stadtgebiet weisen bereits acht Fahrradstraßen die neuen Qualitätsstandards auf.

Im Zuge der Baumaßnahme ist im vorderen Abschnitt der Bismarckallee, von der Weseler Straße bis zur Körnerstraße, der ehemalige Radweg in einen Fußweg umgestaltet worden. Die Radfahrenden werden vom rot gepflasterten Radweg über einen abgesenkten Bordstein eindeutig und frühzeitig auf die Fahrradstraße gelenkt. So erhalten auch die Fußgängerinnen und Fußgängern mehr Platz. Die Kreuzungssituation an der Weseler Straße ist durch Markierungen an den neuen Verkehrsraum angepasst worden. Im Zuge der Umgestaltung wurden auch die Fahrradständer an der Aasee-Mensa durch neue Fahrradabstellanlagen ersetzt. Diese bieten mehr Komfort für Radfahrende und insgesamt über 300 Stellplätze.

Veloroute Münster-Senden

Als wichtige Radwegeverbindung von Münsters Innenstadt nach Mecklenbeck und im weiteren Verlauf nach Senden ist die Bismarckallee auch integraler Bestandteil einer stadtregionalen Veloroute. Wie alle 14 künftigen Velorouten soll auch die Route nach Senden insbesondere drei Kriterien erfüllen: durchgängig komfortabel, sicher und zeitsparend. So sollen noch mehr Menschen motiviert werden, für ihre alltäglichen Wege das Fahrrad zu nutzen.

Die Umgestaltung der Fahrradstraßen ist nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen die Stadt Münster die Radinfrastruktur attraktiv hält. Ziel ist, den Anteil an Radfahrenden auch in den kommenden Jahren weiter zu stärken. Das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer steht bei allen Maßnahmen im Vordergrund. Alle zwei Jahre bietet der ADFC-Fahrradklimatest ein wichtiges "Stimmungsbarometer". Noch bis zum 30. November können alle Radfahrenden unter www.fahrradklima-test.adfc.de mitmachen. 

Foto: An der Fahrradstraße Bismarckallee haben die baulichen Veränderungen deutliche Verbesserungen für Radfahrende bewirkt. Auch der Gehweg ist breiter und komfortabler geworden. Foto: Amt für Kommunikation Münster.



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