Fridays für Future

„Kein Regenwald? Keine Zukunft!“ Online-Abend mit Bischof Bahlmann aus Brasilien und „Fridays for Future“


Münster (pbm/gun). Ein Jahr nach Ende der Amazonas-Synode in Rom zum Thema „Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ brennt es im Regenwald Lateinamerikas wie nie zuvor. Politisch gefördert, schreitet die Zerstörung der „Lunge der Erde“ und des artenreichen Ökosystems voran. Auf immer mehr und größeren Flächen wird Soja angebaut und es werden Rinder gemästet – vor allem für den europäischen Markt.

Johannes Bahlmann, Bischof von Óbidos und gebürtig aus Visbek im Oldenburger Teil des Bistums Münster, möchte einen Kontrapunkt zur Politik der Ausbeutung der brasilianischen Regierung setzen. Er ist zusammen mit Leandra Praetzel von „Fridays for Future“ aus Münster zu Gast beim Online-Gesprächsabend „Kein Regenwald? Keine Zukunft!“, zu dem die katholische Akademie Franz Hitze Haus am Montag, 23. November, von 18.30 bis 21 Uhr in Kooperation mit dem Bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerk „Adveniat“ und der Fachstelle Weltkirche des Bistums Münster einlädt. Die Veranstaltung wird aufgrund der Corona-Verordnung digital über die Videoplattform Zoom durchgeführt. Anmeldungen sind über den Link https://www.franz-hitze-haus.de/info/20-534 möglich. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten die Teilnehmenden die Zugangsdaten zur Veranstaltung per Mail.

Johannes Bahlmann, Bischof von Óbidos in Brasilien, und Leandra Praetzel von „Fridays for Future“ aus Münster nehmen am Online-Gesprächsabend zum Thema „Kein Regenwald? Keine Zukunft!“ teil.

Geplant war eigentlich, dass Bischof Bahlmann im Rahmen der Adveniat-Weihnachtsaktion unter dem Leitwort „ÜberLeben auf dem Land“ in Deutschland über die Umweltzerstörung und die dadurch verursachten Sorgen und Nöte der armen Landbevölkerung berichtet. Doch die anhaltende Corona-Pandemie lässt dies nicht zu. Als Teilnehmer der Amazonas-Synode wird der Bischof nicht müde, zur ökologischen Umkehr aufzurufen und auch von Seiten der Kirche konkrete Wiederaufforstungsinitiativen zu starten.

Leandra Praetzel wünscht sich von der katholischen Kirche, dass sie ihre Macht und Verantwortung wahrnimmt und auf die Folgen der Klimakrise aufmerksam machtbeziehungsweise zum Handeln auffordert. Die Umweltzerstörung im brasilianischim Amazonasgebiet sei eine Katastrophe, sagt die „Fridays for Future“-Aktivistin:

„Ein großer Teil des Gebietes steuert auf den Kipppunkt zu, sich unumkehrbar in eine Savanne zu verwandeln.“ Als Ursache dafür sieht sie vor allem den Klimawandel, aber auch massive Abholzungen durch ausländische Unternehmen, zum Beispiel für die Fleischproduktion. Sie fordert, den Druck auf die brasilianische Regierung zu verstärken.

Die Umweltzerstörung im Amazonasbecken, die Rolle der Kirche bei der Bewahrung der Schöpfung sowie die Verbindung von ökologischer und Sozialer Frage – im Gespräch mit der Landschaftsökologin Leandra Praetzel sollen am 23. November die Spannungsfelder der doppelten Herausforderung von Armutsbekämpfung und dem Schutz der Regenwälder unter anderem Thema sein. Die Gemeinsamkeiten, aber auch die unterschiedlichen Perspektiven oder Akzentuierungen in den Anliegen von Kirche und der Klimaschutzbewegung werden an diesem Abend erörtert. Am Ende sollen Potenziale für eine gemeinsame Kommunikation und gemeinsame Initiativen ausgelotet werden.

Das Bistum Münster wird die Zoom-Konferenz auf www.youtube.com/bistummuenster und auf www.bistum-muenster.de streamen. Auf diesen Kanälen kann man zuschauen, sich aber nicht in die Diskussion einmischen.

Foto oben Bahlmann: Florian Kopp, Foto unten Praetzel: Paul Metzdorf




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