Ghana-Freiwillige Katharina Graw zum „Monat der Weltmission“

Ghana-Freiwillige Katharina Graw zum „Monat der Weltmission“ Drensteinfurterin möchte Bewusstsein für Bildung stärken

Drensteinfurt - (pbm/acl) - „Welcome to Ghana!“ Katharina Graw weiß nicht, wie oft sie anfangs diesen Satz gehört hat. Er hat Symbolkraft: „Die Menschen in Ghana sind unglaublich offen und heißen einen herzlich willkommen“, erinnert sich die Drensteinfurterin, die nach dem Abitur im vergangenen Jahr über das Bistum Münster einen Freiwilligendienst in der Diözese Jasikan absolviert hat. Im Oktober, dem Monat der Weltmission, richtet die katholische Kirche ihren Blick besonders auf die Region Westafrika – das Bistum Münster speziell auf Ghana, unterhält die Diözese doch eine Partnerschaft mit der Kirchenprovinz Tamale.

Katharina Graw hat zusammen mit drei anderen Freiwilligen an zwei Schulen in Jasikan Kindern Nachhilfe in Englisch und Mathematik gegeben. „Ziel des Projektes ist es, die Schulabbrecherquote zu senken und gleichzeitig das Bewusstsein, besonders bei den Eltern, für Bildung zu stärken“, erklärt die 19-Jährige. Eng zusammengearbeitet haben die Freiwilligen dabei mit dem Sozialarbeiter Joseph, der stets ein offenes Ohr für die Probleme der Schülerinnen und Schüler gehabt und ihnen den hohen Stellenwert von Schule vermittelt habe. „Im Vergleich zu unserem deutschen Schulsystem merkt man, dass in Ghana oft die Unterstützung durch die Eltern fehlt“, verdeutlicht Katharina Graw. Die Mütter und Väter hätten wenig Zeit, andere Sorgen und wären nicht ausreichend über die Bedeutung von Bildung aufgeklärt.

Katharina Graw (links) aus Drensteinfurt gestaltete während ihres Freiwilligendienstes zusammen mit ihrer Mitfreiwilligen Skaidrit Bischoff ein Klassenzimmer in Ghana um. Ghana-Freiwillige Katharina Graw zum „Monat der Weltmission“ Drensteinfurterin möchte Bewusstsein für Bildung stärken

Jeden Sonntag hat die Drensteinfurterin zusammen mit den Dorfbewohnern den Gottesdienst besucht. „Gemeinschaft spielt hier eine sehr große Rolle und das wird in der Kirche besonders deutlich“, berichtet sie. Doch nicht nur dort, denn im Gegensatz zu Deutschland fände das Leben vor allem auf der Straße statt. „Jeder hilft jedem“, hat sie selbst erfahren. Vertrauen darauf, dass alles gut werden wird, fänden die Menschen in ihrem tiefen Glauben. Auch in der Schule habe dieser eine Rolle gespielt: „Wie selbstverständlich haben wir jeden Mittwoch ‚Worship‘ gemacht, also Gott mit Singen und Tanzen gefeiert“, erzählt Katharina Graw.

Sie hofft, dass Ghana gut durch die derzeitige Corona-Pandemie kommt. Wie die anderen Freiwilligen musste sie ihren Aufenthalt verkürzen und aus Sicherheitsgründen schon im März zu Beginn des Lockdowns wiederkommen. „Es ist aus der Entfernung und mit den technischen Möglichkeiten, die die Menschen in Ghana haben, nicht einfach, den Kontakt zu halten“, weiß die 19-Jährige, die seit Oktober Soziale Arbeit an der Katholischen Fachhochschule in Münster studiert. Trotzdem ist sich Katharina Graw sicher: Sie wird noch einmal nach Ghana zurückkehren.

Der Aktionsmonat endet mit dem Weltmissionssonntag am 25. Oktober. Er betont den universalen Gedanken der Solidarität in der katholischen Kirche und lädt ein, mit den ärmsten Menschen zu teilen und füreinander zu beten. Mit der Kollekte an diesem Tag wird die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in den 1.100 ärmsten Bistümern der Welt unterstützt. Mehr Informationen zum Monat der Weltmission, der in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie hauptsächlich digital stattfindet, gibt es auf der Seite von www.missio.de.

Foto: privat

 


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