Fördergeld für das Traufenhaus in Rheine

Münster fördert das historische Traufenhaus an der Münstermauer in Rheine mit 10.000 Euro

Münster/Rheine. Hoch erfreut zeigte sich der Vorstand des Vereins Historische Altstadt Rheine e. V., dass er in diesen Tagen einen Förderbescheid aus den Händen von Karin Geißler, Dezernentin für Denkmalschutz und Denkmalpflege bei der Bezirksregierung Münster, entgegennehmen durfte. Mit einer Fördersumme von 10.000 Euro aus dem Denkmalförderprogramm 2020 des Landes Nordrhein-Westfalen soll vor allem die Anfertigung einer Machbarkeitsstudie unterstützt werden. Diese erfolgt durch einen Facharchitekten bis Anfang Dezember. Das Gutachten wird Empfehlungen für die Gesamt-Restaurierung des Kleine-Leute-Hauses aus dem späten Mittelalter einschließlich der Präsentation der Forschungsergebnisse enthalten.

 

Das Mauerhaus an der Münstermauer in Rheine wurde im 16. Jahrhundert aus Platznot innerhalb der Stadt unmittelbar an der Stadtmauer errichtet und ist wohl das älteste erhaltene Wohnhaus in Rheine und eines der ältesten seiner Art in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Im Laufe der Zeit wurde es mehrfach modernisiert, erweitert und an die Bedürfnisse seiner Bewohner angepasst. Noch heute erzählen Bauspuren von den bescheidenen Lebensverhältnissen seiner Bewohner, so etwa eine Ziegentreppe, über die das Kleinvieh zu den Weiden vor der Stadt geleitet wurde. Die Stadt Rheine hat das Haus im Dezember 2018 erworben und dem Verein Historische Altstadt Rheine e. V. anschließend zur Nutzung übergeben.

Karin Geißler (l.), Dezernentin für Denkmalschutz und Denkmalpflege bei der Bezirksregierung Münster, überreicht den Bescheid an Dr. Peter Rohlmann (r.), den Vorsitzenden des Vereins Historische Altstadt Rheine e.V. vor dem historischen Traufenhaus an der Münstermauer in Rheine   Bildquelle: Reiner Wellmann  

Karin Geißler, langjährige Expertin in Sachen Denkmalpflege findet lobende Worte für das bisherige Vorgehen: "Es zeichnet den Verein aus, dass er als Träger des Objektes zunächst die Geschichte des Hauses gründlich erforschen lässt und kein vorschnelles Restaurierungs- und Nutzungskonzept angestrebt hat. So können viele aussagekräftige Spuren baulicher und nutzungsmäßiger Art aufgedeckt und erhalten werden."

Die Grundidee für später ist dennoch klar: Die verschiedenen Bau- und Nutzungsphasen des Hauses sollen zur Bewahrung und Vermittlung der historischen Entwicklung im Sinne einer Zeitreise genutzt werden und Geschichte erlebbar machen.Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Peter Rohlmann, ergänzt: "Wir sehen das Mauerhaus als ein Element der historischen Stadtentwicklung an, die durch Vernetzung mit anderen Trägern in der Stadt sowie durch virtuelle Inszenierungen für Bürger und Gäste erfahrbar gemacht werden soll."Der Verein, der durch seinen Vorsitzenden und den Schatzmeister Willi Rauße den Förderbescheid von Karin Geißler entgegennahm, sieht die Förderung der Bezirksregierung als große Anerkennung seiner Initiative und als wichtigen Schritt dafür, das weitgehend unbekannte bauliche Kleinod und das einfache Leben der früheren Bevölkerung einer breiten Öffentlichkeit anschaulich nahezubringen.
 


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