IHK Carsten Taudt: Ausbildungsprämie „ein gutes Signal“

Taudt: Bisher über 200 Bescheinigungen ausgestellt

Münsterland/Emscher-Lippe-Region. – Gut zwei Monate nach dem Start der Ausbildungsprämie haben etwas mehr als 200 Unternehmen die dafür notwendige Bescheinigung bei der IHK Nord Westfalen beantragt. „Ich bin mir aber sicher, dass noch deutlich mehr Betriebe aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region Anspruch auf die Unterstützung haben“, sagt Carsten Taudt, IHK-Geschäftsbereichsleiter Bildung und Fachkräftesicherung. Ausbildungsunternehmen sollten sich von dem auch aus Sicht der IHK „bürokratischen Antragsverfahren“ nicht abschrecken lassen und prüfen, ob sie die Bedingungen erfüllen, rät Taudt.

 

Anfang August hat die Bundesregierung mit dem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ die Ausbildungsprämie für diejenigen kleinen und mittleren Unternehmen eingeführt, die erhebliche Belastungen durch die Corona-Pandemie verkraften müssen: 2.000 Euro für jeden in diesem Jahr geschlossenen Ausbildungsvertrag und 3.000 Euro für die Übernahme von Auszubildenden von Unternehmen, die in der Corona-Pandemie aufgeben mussten. Zudem können Arbeitgeber, die trotz Kurzarbeit die Ausbildung regulär fortsetzen, unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent der Ausbildungsvergütung beantragen.

 

Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten können gefördert werden, sofern sie so viel ausbilden wie in den Vorjahren. Antragsberechtigt sind sie aber erst, wenn sie mindestens 60 Prozent Umsatzeinbußen im April und Mai 2020 im Vergleich zu den Vorjahresmonaten erlitten haben oder ihre Beschäftigten im ersten Halbjahr für mindestens einen Monat in Kurzarbeit schicken mussten.

Als Wertschätzung der Ausbildungsleistung insbesondere von kleinen Betrieben ist die Ausbildungsprämie für IHK-Bildungsexperte Taudt ein „gutes Signal“. Gleichwohl führe das Instrument nicht dazu, dass das Ausbildungsplatzangebot nachhaltig größer werde. „Wer ausbildet, macht das aus Überzeugung und nicht wegen finanzieller Anreize“, betont Taudt. Dass die IHK in diesem Jahr bisher rund zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr eingetragen hat, liege vor allem daran, dass Betriebe und Schulabgänger in der Corona-Pandemie nur schwer zueinander gefunden hätten.

Taudt: „Das eigentliche Problem auf dem Ausbildungsmarkt ist derzeit der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern.“ Täglich gingen bei der IHK Anrufe von Betrieben ein, die noch Azubis für das laufende Jahr suchten, berichtet er. Die Ausbildungsbereitschaft in der regionalen Wirtschaft sei nach wie vor ausgesprochen groß.Im Programm „Passgenaue Besetzung“ bringt die IHK Nord Westfalen Unternehmen, die noch Ausbildungsplätze besetzen wollen, mit geeigneten Bewerbern zusammen. Jugendliche oder Studierende, die sich für eine Ausbildung interessieren, können online mit den IHK-Beraterinnen einen Termin vereinbaren. Die „Passgenaue Besetzung“ wird vom Bundeswirtschaftsministerium und vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Zudem hat die IHK für das Azubi-Matching derzeit eine Hotline für Unternehmen und Bewerber geschaltet: 0251 707-555 für das Münsterland und 0209 388-555 für die Emscher-Lippe-Region.Internettipps

www.ihk-nw.de/ausbildungspraemie

www.ihk-nw.de/passgenau



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