Das schlimmste, was wir versauen, ist unsere Zukunft

Die Welt, wie immer, gerät aus den Fugen. Mama arbeitet, Papa nicht da und ich, ich muss eine Eins schreiben. Eine Drei ist beschissen, aber Zeit zum Weinen hat keiner. Was ist Kindheit heute, und was macht es für zukünftige Erwachsene?

Ich bin Papa und Nachhilfelehrer, und es tut mir leid, wenn ich an unsere Zukunft denke, dann wird mir schlecht. Nicht weil der Nachwuchs schlechte Charaktere hat oder Anlagen, sondern weil wir ihn scheiße erziehen. Wir leben nicht wie es Foucault sagt, in einer sexualdispositiven Welt sondern in einer securitiven.  

Pass auf, da und da und da. Mach nichts Falsches, Du könntest dir wehtun, falsch liegen oder gar feststellen, dass du fehlbar bist; alles Charakteristika, die man sich nicht gern zuspricht, aber damn eins, es ist unsere Natur. Jeder darf Fehler machen, nur unsere Kinder nicht. Aber  alle Möglichkeiten hindern nicht an Fehlern. Wir sind keine Computer. Wir sind überfordert, emotional und all das, was ein Algorithmus nicht berechnen kann, aber das ist keine Schwäche sondern eine Stärke. Wir sind nicht berechenbar. Das macht unser Leben und die Welt so wunderbar. Nichts wäre schlimmer, als wenn es exakt so würde, wie wir es erwarten. Das ist schwer verdaulich aber wahr.  

Worauf freuen, worauf hoffen, worauf sein Leben konzentrieren, wenn alles schon so feststeht wie in unseren Gedanken? Warum dann noch leben? Dann könnte es wirklich jeder Rechner besser. Aber er kann es nicht, er kann nur versuchen, uns so zu determinieren, dass wir uns benehmen, als wären wir welche. Aber warum, wenn wir doch keine sind? 

Wenn doch die Grund-DANN des Lebens im Zufall besteht, warum versuchen wir dann so sehr  das Gegenteil zu kultivieren? Es kann doch eh keiner erreichen. Sie denken, geht doch Ich habe doch den Bonus bekommen? Ja vielleicht. Vielleicht heute und morgen, weil sie zwischen zwanzig und dreißig sind und männlich, aber was ist, wenn diese kleine Zeitspanne um ist, dann liegt ihr Schicksal in den Händen debilisierter Erwachsener, die nie eine Niederlage verarbeiten mussten.

Wenn 15-Jährige Söder wählen würden, ist etwas katastrophal falsch in unserem System. Nicht weil er nur scheiße erzählt, aber braucht die Zukunft nicht mehr Visionen als Pragmatismus?

Wenn das keine Zukunft ist, auf die es sich freuen lässt. Wäre es nicht schöner, wenn  alle Fehler machen und wir genau diese zu handhaben lernen? War das nicht auch mal die Intention von Computern? Wollten wir nicht einst besser werden, effizienter und nicht selbst zu Maschinen? Also ich nicht.  


Bis morgen,

 

Bild und Text: adolf.muenstermannqgmail.com

 


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