Berg-Karabach verkündet Generalmobilmachung und Kriegsrecht !

Die beiden Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit fast 30 Jahren in einem Konflikt um die Kontrolle über die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach.


Nach Bombenangriffen der aserbaidschanischen Armee auf die Unruheregion Berg-Karabach haben die pro-armenischen Rebellen in der Region das Kriegsrecht verhängt und die Generalmobilmachung verkündet. Alle Volljährigen würden zu den Waffen gerufen, sagte Berg-Karabachs Präsident Araik Harutjunjan am Sonntag in einer Krisensitzung des Regionalparlaments. Russland rief derweil zu einer sofortigen Waffenruhe in der Region auf.


Aserbaidschans Militär hatte am Sonntagmorgen Bombenangriffe auf die Region gestartet und dabei auch Ziele in deren Hauptstadt Stepanakert angegriffen. Nach Angaben beider Seiten wurden bei den Kämpfen auch Zivilisten getötet. Das armenische Verteidigungsministerium, das die Rebellen unterstützt, meldete den Abschuss zweier aserbaidschanischer Militärhubschrauber sowie von drei Drohnen. 

Die beiden Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit fast 30 Jahren in einem Konflikt um die Kontrolle über die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach.

gt/ans


Schwere Kämpfe in aserbaidschanischer Region Berg-Karabach (Meldung um 8:57 Uhr heute morgen)

In Aserbaidschans Unruheregion Berg-Karabach liefern sich Regierungsarmee und pro-armenische Rebellen heftige Kämpfe. Dabei habe die aserbaidschanische Armee "schwere Verluste" erlitten, meldeten die Rebellen am Sonntagmorgen. Das armenische Verteidigungsministerium, das die Rebellen unterstützt, meldete den Abschuss zweier aserbaidschanischer Militärhubschrauber sowie von drei Drohnen. 

Zuvor habe die aserbaidschanische Armee die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach am frühen Sonntagmorgen bombardiert, erklärten die Rebellen. Dabei seien auch Ziele in der Regionalhauptstadt Stepanakert angegriffen worden.

Aserbaidschans Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe eine "Gegenoffensive" gestartet, "um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen". Das Ministerium sprach von einem abgeschossenen Hubschrauber.

"Lasst uns fest zu unserem Staat und unserer Armee stehen, und wir werden siegen. Lang lebe die ruhmreiche armenische Armee", schrieb Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan auf Facebook.

Die beiden Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit fast 30 Jahren in einem Konflikt um die Kontrolle über die Region Berg-Karabach. Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Berg-Karabach war zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagen worden. Pro-armenische Rebellen brachten das Gebiet nach Kämpfen mit rund 30.000 Todesopfern Anfang der 90er Jahre unter ihre Kontrolle.

1991 rief Berg-Karabach seine Unabhängigkeit aus; international wird das Gebiet jedoch bis heute nicht als eigenständiger Staat anerkannt. Aserbaidschan will die Region wieder vollständig unter seine Gewalt bringen, notfalls mit Gewalt.

In den vergangenen Wochen war der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut aufgeflammt. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, Dörfer im Grenzgebiet angegriffen zu haben. Zuletzt hatte es im April 2016 heftige Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach gegeben. Dabei starben mehr als hundert Menschen. 2010 war die bislang letzte große Initiative für einen Frieden zwischen Eriwan und Baku gescheitert.

gt/ans



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