Vom Aasee an den Hafen

Ärzteversorgung Westfalen-Lippe konkretisiert Pläne für den Umzug an den Hafen in Münster: Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs steht fest

[Münster. 23.09.2020] Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) verlegt ihren Verwaltungssitz innerhalb Münsters vom Aasee an den Stadthafen. Auf dem Grundstück der alten Lehnkering-Halle werden künftig zwei Bürogebäude entstehen: eines für die ÄVWL sowie eines für den Logistikdienstleister Fiege, der dort seine digitalen Geschäftseinheiten bündelt. Damit sich die Objekte in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht in das Bild des Stadthafens einfügen, wurden Architekturwettbewerbe durchgeführt und die Siegerentwürfe gekürt. 

Mit ihrem Umzug an den Stadthafen bekennt sich die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe weiterhin klar zum Standort Münster. Mindestens ebenso wichtig: Als wachsendes Versorgungswerk sichert sie sich damit ihre Entwicklungsmöglichkeiten. Für den Architekturwettbewerb war es deshalb von besonderer Relevanz, dass nicht nur markante und zugleich nachhaltige, sondern insbesondere bedarfsgerechte Lösungsansätze erarbeitet werden.

Als Wettbewerbssieger kürte das Preisgericht, unter Beteiligung von Jörg Krause, Dezernent für Planungs- und Baukoordination der Stadt Münster, den Entwurf des Büros KSP Jürgen Engel Architekten, Braunschweig. Das Preisgericht würdigte vor allem die städtebauliche Einfügung, die durch eine ruhige und dem Ort angemessene Haltung umgesetzt wird. Die Außenfassade, bestehend aus rotbraunen Klinkern, greift dabei die Anmutung der hafentypischen Speicherhäuser adäquat auf. Überzeugen konnte zudem die konsequente Umsetzung der Forderung nach einer modernen Arbeitswelt. Diese wird über ein hohes Maß an Flexibilität im Grundriss erreicht, sodass Räume problemlos an sich ändernde Arbeitsgruppen und Anforderungen angepasst werden können. Darüber hinaus soll das Gebäude über eine zeitgemäße technische Ausstattung und eine hohe Energieeffizienz verfügen.

„Bei der Auswahl des Siegerentwurfes war es für uns besonders wichtig, dass sich das Objekt durch einen hohen architektonischen Anspruch sowie nachhaltige und wertige Materialien auszeichnet. Nur so gelingt eine sensible Einbindung des Bürogebäudes in die vorhandene Nachbarschaft. Der neue Verwaltungssitz der ÄVWL wird somit einen Beitrag zur urbanen Weiterentwicklung des Stadthafens leisten“, so Prof. Dr. med. Ingo Flenker, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe. 

Derzeit läuft die Vorbereitung des Bauantrages, mit dem Beginn der Bauarbeiten wird nach Erteilung der Baugenehmigung noch im Jahr 2021 gerechnet. Die Beiträge der beiden Architekturwettbewerbe inklusive der Siegerentwürfe für die Bürogebäude am Stadthafen sind seit dem 17. September 2020 in der Glashalle im Stadthaus 3 am Albersloher Weg 33 ausgestellt und können dort bis zum 2. Oktober 2020 besichtigt werden.

Titelbild: Der neue Verwaltungssitz der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe wird sich harmonisch in die Silhouette des Stadthafens einfügen.

Quelle: KSP Jürgen Engel Architekten


Die Sieger KSP Jürgen Engel Architekten freuen sich:

Unser Entwurf für den neuen Sitz der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Der 12.400 m² (BGF) große Neubau reiht sich durch seine markante Form in die umgebende Hafenbebauung ein. Die Silhouette entspricht einer modernen Interpretation typischer Speichergebäude. Dachterrassen mit Blick auf die Hafenkulisse entstehen durch die Abstaffelung des sechsgeschossigen Baukörpers an den Längsseiten um ein bis zwei Geschosse. Die Fassade aus rauem, rotbraunem Klinker nimmt Bezug auf hafentypischen Materialien. Vertikale Klinker-Lisenen und eine horizontale Gliederung durch feine Gesimse zeichnen die Fassadengestaltung aus.

Der Haupteingang an der Ostseite orientiert sich zum Außenbereich mit Campus-Charakter und wird durch eine zweigeschossige Kolonnade hervorgehoben.

Besonderheit im Inneren ist das Atrium, das sich über die gesamte Höhe des Gebäudes erstreckt. Informelle Treffpunkte gruppieren sich als offene Meeting Bereiche auf jedem Geschoss rings um das Atrium, das zudem beide Eingänge an West- und Ostfassade miteinander verbindet.



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