IHK-Außenwirtschaftskonferenz am 17. September

Dr. F.-Hans Grandin: „Müssen neue Absatzmärkte finden“

Münsterland/Emscher-Lippe-Region. – Die regionale Wirtschaft setzt alles daran, auch das internationale Geschäft wieder anzukurbeln. Das betonten die Mitglieder des Außenwirtschaftsausschusses der IHK Nord Westfalen, in dem viele der größten Export- und Importunternehmen des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region engagiert sind. „Wir müssen und werden neue Absatzwege und Märkte finden, die den insgesamt negativen Trend im Außenhandel spürbar abfedern“, resümierte Dr. F.-Hans Grandin die Stimmung im Ausschuss. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Huesker Gruppe (Gescher), der auch den IHK-Ausschuss leitet, wies darauf hin, dass jeder vierte Arbeitsplatz in der Region vom Export abhängt.

 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, internationale Handelsstreitigkeiten und der bevorstehende Brexit, aber auch die Neuausrichtung der EU-Industriepolitik bereiten den Unternehmen Sorgen. Grandin rief die Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region deshalb dazu auf, die Online-Außenwirtschaftskonferenz der nordrhein-westfälischen IHKs am 17. September zu nutzen, um neue Impulse für das internationale Geschäft zu bekommen. Bei diesem sogenannten „Digitalen Zwischenstopp“ auf dem Weg zum IHK-Außenwirtschaftstag 2021 können sich Unternehmen kostenfrei über aktuelle Perspektiven für die Exportwirtschaft informieren (www.ihk-aussenwirtschaftstag-nrw.de).

 

Einige Ausschussmitglieder hatten zuvor berichtet, wie sie auch in der Coronakrise das Auslandsgeschäft durch digitale Vertriebsformen aufrechterhalten und sogar Neukunden gewonnen haben. Angesichts der Bemühungen der Unternehmen, trotz der Einschränkungen im internationalen Geschäft wieder Tritt zu fassen, diskutierten die Ausschussmitglieder das geplante Lieferkettengesetz und wogen die Vor- und Nachteile ab.

Leitet den IHK-Außenwirtschaftsausschuss: Vorsitzender Dr. F.-Hans Grandin (Vorsitzender der Geschäftsführung der Huesker Gruppe, Gescher).

„Die Ziele, die hinter einem Lieferkettengesetz stehen, teilen wir", betonte Grandin. Es gebe etliche Betriebe, die eine gesetzliche Regelung unterstützten. Aufgrund der Rückmeldungen aus der Alltagspraxis weltweit tätiger Unternehmen sei letztlich jedoch Skepsis angebracht, ob Unternehmen zusätzliche gesetzliche Pflichten über ihren eigenen Betrieb und selbst geschlossene Verträge hinaus „wie vom Gesetzgeber vorgesehen überhaupt erfüllen können", gab der Ausschussvorsitzende zu bedenken: „Hier wünschen wir uns eine Einbindung der Unternehmen, um praxisnahe Lösungen zu erarbeiten.“

 

Vor den Auswirkungen des geplanten Lieferkettengesetzes auf die regionale Wirtschaft warnte auch der EU-Parlamentsabgeordnete Dr. Markus Pieper. Mittelständische Unternehmen aus Deutschland dürften nicht mit der Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards in den weltweiten Lieferketten beauftragt werden.

   

Thema Außenwirtschaft im IHK-Bezirk Nord Westfalen:

Die Unternehmen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region haben 2019 mit Geschäftspartnern in rund 200 Ländern etwa 18 Milliarden Euro umgesetzt. Damit lag die Exportquote in Nord Westfalen bei 41 Prozent (Anteil Auslands- am Gesamtumsatz). Die IHK Nord Westfalen unterstützt die Exportwirtschaft mit jährlich rund 48.000 Außenhandelsdokumenten.




Teile jetzt diesen Artikel


Lade jetzt kostenlos die App herunter