Nach jüdischer Zählung sind wir im Jahr 5781

Grußwort zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana, das in diesem Jahr vom 18. bis zum 20. September stattfindet

Münster (pbm/al). Die fünf katholischen (Erz-)Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben ein gemeinsames Grußwort an die jüdischen Gemeinden zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana gesendet. Darin schreiben sie: „Möge sich für Sie alle der alte traditionelle Neujahrsgruß bewahrheiten, der vom ‚Eingeschriebenwerden im Buch des Lebens‘ spricht.“

Die Bischöfe – für das Bistum Münster Dr. Felix Genn – und Kirchenleitungen erklären zur Situation in Deutschland: „Wir stehen auch mit Blick auf die erschreckenden antisemitischen Entwicklungen entschieden an Ihrer Seite und wirken aktiv allen Formen judenfeindlicher Haltungen entgegen.“ Anlässlich des Festjahres „1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“, das im Jahr 2021 bundesweit begangen wird, möchten die Kirchen mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass jüdisches Leben als Teil unserer vielfältigen Gesellschaft erlebbar werde, heißt es weiter.

Mit dem jüdischen Neujahrsfest, das in diesem Jahr zwischen dem 18. und dem 20. September gefeiert wird, beginnt der wichtigste Festkreis im jüdischen Jahr. Er endet mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur. Mit Rosch HaSchana 2020 (wörtlich: Kopf des Jahres) beginnt nach jüdischer Zählung das Jahr 5781.

Informationen zum Festjahr „Jüdisches Leben in Deutschland“ gibt es unter https://2021jlid.de/.


Liebe jüdische Gläubige!
Schana tova umetukka! Zum jüdischen Neujahrsfest 5781 übersenden wir Ihnen herzliche Grüße. Möge sich für Sie alle der alte traditionelle Neujahrsgruß be-wahrheiten, der vom „Eingeschriebenwerden im Buch des Lebens“ spricht.

Wir nehmen wahr, dass die jüdische Gemeinschaft das Neujahrsfest zum Anlass nimmt, auf Vergangenes zurückzuschauen und hoffend Neues zu erwarten. Auch uns Christinnen und Christen kann Rosch HaSchana zum Symbol für den von Gott gesetzten Neuanfang von Leben werden. Es erinnert daran, dass der Mensch von Gott dazu erschaffen ist, die Schöpfung zu bewahren. Dieser Ruf – aber auch die damit verbundene Zusage Gottes – haben angesichts der großen globalen Herausforderungen eine wertvolle Bedeutung für unsere ganze Gesell-schaft.

Als katholische und evangelische Kirchen senden wir Ihnen in diesem Jahr erst-mals ein gemeinsames Grußwort. Daran zeigt sich, dass sich die evangelische und die katholische Kirche hinsichtlich der besonderen Bedeutung jüdischen Lebens in unserem Land und jüdischer Tradition für unsere christliche Identität einig sind.
Wir stehen auch mit Blick auf die erschreckenden antisemitischen Entwicklun-gen entschieden an Ihrer Seite und wirken aktiv allen Formen judenfeindlicher Haltungen entgegen. Im kommenden Jahr setzt das Festjahr "2021 - Jüdisches Leben in Deutschland" einen besonderen thematischen Schwerpunkt.
Im September 2020
Wir nehmen dies zum Anlass, auch mit kirchlichem Engagement dazu beizutra-gen, dass jüdisches Leben als Teil unserer vielfältigen Gesellschaft erlebbar wird.
Wir wünschen Ihnen von Herzen ein gesegnetes, Glück bringendes Jahr 5781. Gott schütze und behüte Sie, Ihre Familien und Ihre Gemeinden! Er schenke Ihnen und der ganzen Welt Frieden und Zuversicht.
Schana tova!



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