Goldener Löwe für Chloé Zhao

"Nomadland" spielt inmitten der wachsenden Gruppe verarmter älterer in Wohnwagen lebender Menschen in den USA, die sich an die letzten Überreste des amerikanischen Traums klammern.

Der Goldene Löwe für den besten Film geht erstmals seit zehn Jahren wieder an eine Frau. Die 38-jährige US-Regisseurin Chloé Zhao wurde am Samstagabend beim internationalen Filmfestival in Venedig mit der begehrten Auszeichnung für ihr Werk "Nomadland" geehrt.

"Nomadland" spielt inmitten der wachsenden Gruppe verarmter älterer in Wohnwagen lebender Menschen in den USA, die sich an die letzten Überreste des amerikanischen Traums klammern. Die zweifache Oscar-Preisträgerin Frances McDormand verkörpert eine verwitwete Frau, die nach der Schließung einer Mine gezwungen ist, ihren Heimatort zu verlassen und sich mit dem Wohnwagen auf die Suche nach Arbeit macht. Dabei wird sie in die Gemeinschaft der Wohnwagen-Reisenden aufgenommen, die sich gegenseitig helfen, das Beste aus ihren Leben zu machen. 

Die Mostra war das erste große internationale Filmfestival in Corona-Zeiten, das nicht nur virtuell stattfand. Wegen der Corona-Pandemie gab es allerdings keine Fans am Roten Teppich, deutlich weniger Hollywood-Prominenz und Zuschauer in den Kinosälen. Vorsitzende der Jury bei der 77. Ausgabe des Festivals war Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett.

Der internationalen Jury gehörte auch der deutsche Filmemacher Christian Petzold an. Acht der 18 um den diesjährigen Goldenen Löwen konkurrierenden Filme wurden von Regisseurinnen gedreht, darunter die Deutsche Julia von Heinz mit ihrem Polit-Drama "Und morgen die ganze Welt". Mit Sofia Coppolas Film "Somewhere" hatte zuletzt 2010 eine Frau den Hauptpreis gewonnen.

lan/


© Agence France-Presse


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