Steigende Preise für Neubauten, weniger Grundstücke auf dem Markt

In seinem Halbjahresbericht 2020 zieht der Gutachterausschuss für Grundstückswerte eine erste Bilanz seit dem Beginn des Jahres: Viele Kaufverträge, aber deutlich weniger Umsatz.
Für den zum 1. Juli diesen Jahres abgeschlossenen Bericht wertet der Ausschuss knapp 1250 Kaufverträge für Wohnungen und bebaute sowie unbebaute Grundstücke aus. Obwohl die Anzahl identisch mit der vom Vorjahr ist, wurden im vergangenen Halbjahr nur 471 Millionen Euro umgesetzt, das sind 24 Prozent weniger noch als im Vergleichszeitraum 2019 (634 Millionen).

Dieser Rückgang liegt in einem Rückgang von Kaufabschlüssen bei unbebauten (minus: 40% Verträge und 70% Umsatz) und bereits bebauten Grundstücken (minus: 15% Verträge und 30 Umsatz) bgründet. Das könne einerseits daran liegen, so Jochen Marienfeld, Vorsitzender des Gutachterausschusses, dass „es zurzeit zu wenig Angebote gibt. Weiteres Wohnbauland in Münster zu entwickeln, ist sehr wichtig", allerdings seien 2018 und 2019 überdurchschnittlich umsatzstarke Jahre für den Münsteraner Wohnungsmarkt gewesen.

Dieser Rückgang an Vertragsabschlüssen wird durch eine deutliche Steigerung der Zahl verkaufter Eigentumswohnungen ausgeglichen: Stadtweit wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahr 320 neu erbaute Wohnungen verkauft (2019: 130). Viele dieser Wohnungen sind neu und in gutem Zustand. Insgesamt, sagte Marienfeld, "die Stadt Münster ist mit etwa 2000 neu gebauten Wohnungen pro Jahr und dem Wohnbaulandprogramm schon sehr aktiv, um steigenden Preisen und knappem Angebot entgegen zu wirken. Aber noch machen sich diese Maßnahmen nicht bemerkbar“.
Marienfeld: Um die Kostenspirale zu stoppen, müsse man auf Dauer auch die Bodenpreise dämpfen. Zumindest das Bauland für Geschosswohnungen aber wurde im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 teurer.  

Foto: Presseamt Münster / Michael Möller
Der Bericht betrachtet auch die Preisentwicklungen der Wohnungs- und Grundstückshandels. Gestiegen sind die Preise für Doppelhaushälften und Reihenhäuser. Sie kosten mit einem Mittelwert von  3500 €/qm etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Preise für Eigentumswohnungen in inneren und äußeren Stadtteilen seien um mindestens 10% gestiegen.

Der Wert von Bauland ist im Vergleich zum Vorjahr auf 230-720 €/qm stagniert, ebenso wie der von gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern (4000€/qm). Nur Mehrfamilienhäuser sind im Mittel um rund fünf Prozent günstiger wurden (3000 Euro/Quadratmeter)

Vorerst gilt: wer in Münster eine Wohnung kaufen will, muss zurzeit noch mehr Geld mitbringen als schon in den Vorjahren. Wer sich für ein unbebautes Grundstück interessiert, muss zwar nicht tiefer in die Tasche greifen – aber findet vielleicht gar keins.



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