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911: Flug UA 93 kam nur bis Shanksville

Am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September in den USA besuchen US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, den Ort Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Dort hatten islamistische Extremisten vor 19 Jahren das vierte Flugzeug zum Absturz gebracht, nachdem die anderen Mitglieder des Terrorkommandos bereits zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York und ein weiteres in das Pentagon gelenkt hatten.

Vermutet wird, dass auch die vierte Maschine in ein symbolträchtiges Gebäude hätte gesteuert werden sollen - in das Weiße Haus oder das Kapitol in Washington. Weil sich damals aber der Abflug der Maschine vom New Yorker Flughafen Newark nach San Francisco um 45 Minuten verzögert hatte, befand sich das von vier Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida gekaperte Flugzeug noch in der Luft, während die übrigen drei entführten Maschinen am 11. September 2001 bereits im World Trade Center und im Pentagon explodiert waren.

Die 40 Menschen an Bord des United-Airlines-Fluges 93 erfuhren über ihre Handys von den Anschlägen und begriffen, dass auch sie in die Hände eines Suizidkommandos geraten waren. Zusammen mit der Crew attackierten die Passagiere deshalb die Luftpiraten, die daraufhin die Boeing 757 um 10.03 Uhr (Ortszeit) bei Shanksville in Pennsylvania auf einem Feld zum Absturz brachten.

An Bord der Maschine müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben, denn die Passagiere verhinderten durch ihr Eingreifen eine noch viel schrecklichere Katastrophe. Das geht aus Anrufen hervor, die Fluggäste per Handy kurz vor ihrem Tod führten. 

Einer von ihnen war Jeremy Glick. Er telefonierte mit seiner Frau Lyzbeth und berichtete, die arabisch aussehenden Entführer seien mit Messern bewaffnet und trügen eine rote Kiste bei sich, die nach ihren Angaben eine Bombe enthalte. Als Glicks Frau ihm von den anderen Anschlägen erzählte, beschlossen er und andere Passagiere, die Entführer zu überwältigen. Dieser Plan misslang - aber auch der Plan der Luftpiraten.

Trump hatte Shanksville bereits 2018 zum Jahrestag der Anschläge besucht. Er pries damals die 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder, die sich an Bord der abgestürzten Maschine gegen die Entführer erhoben hatten, für ihren "unglaublichen Mut". Diese "Helden" hätten der ganzen Welt gezeigt, "dass keine Macht auf der Welt jemals den amerikanischen Geist erobern kann".

An der Gedenkstätte in Shanksville wurde damals ein 30 Meter hoher "Turm der Stimmen" eingeweiht, der den 40 Passagieren und Crewmitgliedern gewidmet ist. In der Beton- und Stahlkonstruktion sind 40 Glockenspiele angebracht, von denen jedes einen anderen Klang hat. 

cp/ju