Fachtag für das Kindeswohl

Die Erreichbarkeit des Jugendamtes wird weiter verbessert. Ab dem 01.09.2020 ist in Notfällen auch außerhalb der normalen Dienstzeiten eine Mitarbeiterin/ ein Mitarbeiter des Jugendamtes direkt erreichbar.

- Kreis Coesfeld -  Am 17.08.2020 begrüßte Herr Landrat Christian Schulze Pellengahr die Teilnehmer/i-innen des Fachtags für das Kindeswohl auf der Burg Vischering in Lüdinghausen. Aufgrund der bestehenden Hygiene- und Abstandsvorschriften war die Teilnehmerzahl auf 101 Personen begrenzt. Eingeladen waren Erzieher/-innen, Lehrer/-innen, Mitarbeiter/innen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie weitere Fachkräfte der Jugendhilfe. Bereits nach wenigen Tagen war die Veranstaltung ausgebucht. „Angesichts der erschütternden Vorfälle von Gewalt an Kindern u.a. in Lügde und Münster zielt die Veranstaltung darauf ab, mehr Handlungssicherheit im Kinderschutz zu vermitteln, den professionellen Blick zu schärfen und gemeinsam im Umgang mit Kindern Verantwortung zu übernehmen“, so der Landrat. Es sei bereits eine hohe Sensibilität in der Gesellschaft spürbar.

So seien alleine im vergangenen Jahr 262 Gefährdungsmeldungen beim Kreisjugendamt eingegangen, denen nachgegangen wurde. Dabei bemühe man sich fortlaufend, die Qualität im Kinderschutz noch weiter zu verbessern. So werde die Erreichbarkeit des Jugendamtes noch weiter verbessert. Ab dem 01.09.2020 ist in Notfällen auch außerhalb der normalen Dienstzeiten eine Mitarbeiterin/ ein Mitarbeiter des Jugendamtes direkt erreichbar.  Auch sei das Angebot der Frühen Hilfen deutlich ausgebaut worden. Die Sicherung der Inobhutnahmemöglichkeiten im Kreis Coesfeld sowie der Beratungsmöglichkeiten für Berufsgeheimnisträger, Kitas und Schulen habe ebenfalls zu einer Qualitätssteigerung beigetragen.

Zu den Referenten zählte Herr Oliver Hardenberg, Dipl.-Psychologe aus Münster, der zum Thema „Erkennen von und Umgang mit misshandelten und vernachlässigten Kindern in der pädagogischen Arbeit“ referierte. Hierbei ging er auf typische Verhaltensweisen sowie typische familiäre Konstellationen ein.

Herr Dr.med. Hubert Gerleve, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik der Christophorus-Kliniken Coesfeld, berichtete über den Aufbau einer Kinderschutzambulanz an den Christophorus-Kliniken.

Herr Martin Helmer, Dipl.-Pädagoge und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut von der Beratungsstelle Zartbitter e.V. in Münster zeigte dem interessierten Publikum Möglichkeiten auf, wie sexualisierte Gewalt erkannt werden kann und welche Handlungsoptionen bestehen.

Schließlich ging Herr Dr. med. Claus-Rüdiger Haas auf psychische Folgen von Gewalt sowie Behandlungsmöglichkeiten ein.

Die Teilnehmer/-innen konnten sich in den Pausen mit Kaffee und Kuchen stärken und sich an den Ständen des Jugendamtes, der Regionalen Schulberatungsstelle, der Kreispolizeibehörde, des Deutschen Kinderschutzbundes e.V., des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld e.V, Zartbitter Münster e.V. und Frauen e.V. über Beratungs- und Unterstützungsangebote informieren.
             



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