Klimawahl 2020?

Trotz kalten Windes und anhaltenden Regens hat sich eine Versammlung aus Klima-Initiativen, Sportvereinen und interessierten Bürgern vor der letzten Ratsversammlung dieser Legislaturperiode versammelt, um ihren Forderungen für mehr Umwelt- und Klimaschutz Nachdruck zu verleihen.

Das Umweltforum Münster, Extinction Rebellion, fossil free, das Umweltforum Münster, der Kleingärtnerverband „Interessengemeinschaft kleiner Daalkamp“, Fridays (und Scientists) for future, Münster – Stadt der Zuflucht und einige Sportvereine, u.a. der Tus Saxiona, haben verschiedene Themen, Forderungen und Kritiken vor den Stadtrat getragen, jedes mit dem gemeinsamen Bezug zu Klima- oder Naturschutz. Viele von Ihnen haben im Anschluss an die Anreise der Abgeordneten durch kurze Reden auf die jeweiligen Positionen aufmerksam gemacht.
Dabei wurden insbesondere Neubauprojekte im Rahmen des Wahlkampfes wegen der dadurch vorangetriebenen Flächenversiegelung und bedrohten wichtigen Frischluftschneisen kritisiert. Außerdem fühlten sich Sportvereine und Kleingärtner in Ihrer Infrastruktur bedroht: Wo gebaut wird, muss Altes weichen, so die Befürchtung. Auch Münsters Mitverantwortung für den Klimawandel und deren Folgen, z.B. als Fluchtursache, die Modellfunktion einer gut organisierten Stadt für Umweltschutz und die Notwendigkeit wichtiger Weichenstellungen in der nahen Zukunft wurden betont. Alles in allem sei es wichtig, so die Veranstalter und Vertreter von Fridays for future (FFF), das die Wahl des Stadtrates am 13.09. zu einer Klimawahl würde.


Es war besonders bemerkenswert zu sehen, wie viele unterschiedliche Interessen und Gruppen unter diesem gemeinsamen Anlass zusammen kamen. Sowohl lokale Vereine für dem Erhalt von lokalem Sport- und Kulturangebot, wie auch globaler denkende Gruppen versammelten sich. Ebenso waren unter den Besucher*innen und Unterstützenden von Kindern, über Studierende bis Erwachsenen und älteren Menschen alle Altersgruppen vertreten. An Abstandsregelungen und korrektes tragen von Masken wurde sich durchweg gehalten.

Kundgebung: Fridays for future

Im Anschluss an die verschiedenen Reden gab die lokale Gruppe von FFF noch eine gesonderte Ansprache. Unterstützt aus dem Publikum wurde auf die wichtige Rolle der aktuellen Wahl für das Klima hingewiesen: Es müsse eine Klimawahl werden. Das dürfe nicht nur für die Wahlprogramme gelten: „Messt sie auch daran, wie sie heute abstimmen“.
Die Initiative hatte einen Vorschlag für die Erarbeitung eines Maßnahmenpaketes für Klimaneutralität bis 2030 mit in die Abstimmung des heutigen Abends eingebracht. Welche Parteien hier, so kurz vor der Wahl zustimmen - und welche nicht - sollte ein wichtiger Maßstab für die Ernsthaftigkeit Ihrer Positionen sein.


Auch der „(Klima)Wahlhelfer“ ist jetzt verfügbar. Hierzu haben FFF mit einigen Partnern die Wahlprogramme aller demokratischen Parteien, die in ganz Münster zur Wahl stehen mit ihren eigenen Forderungen verglichen und Punkte vergeben. Die Ergebnisse wurden unter 'münster-muss-handeln.de' übersichtlich zusammengefasst. Am besten schneiden dabei Bündnis 90/ Die Grünen mit 43 von 56 Punkten ab, gefolgt von der ÖDP mit 38 und Die Linke mit 36.5 Punkten.

Geplant sei weiterhin, im Anschluss an eine Podiumsdiskusion am 04.09 Interviews mit Parteien und Kandidaten noch vor der Wahl zu veröffentlichen, um die Öffentlichkeit und die potentiellen neuen Ratsmitglieder für das Thema Klimakrise zu sensibilisieren. Nur die CDU habe die Einladung abgelehnt. Die Begründung: Man beteilige sich nicht an Veranstaltungen, „die dem Zweck dienen, die eigene Position zu schwächen“.

Zuletzt wurde zu einer Klima-Demo am 04.09 auf dem Schlossplatz aufgerufen und betont, das nicht nur der große Wurf, sondern auch kleine, lokale Anliegen in den Vierteln Münsters wichtig wären. Denn „Ansonsten kommen nur die, die alles so lassen wollen, wie es ist.“



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